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Hallo liebe Unterstützer*innen,

dies ist die Juli-Ausgabe vom Klimahochdrei – Monat. Leider kam es bei dem Versandt letzten Freitag von Klimahochdrei zu ein paar Problemen. Meine Mails wurde von manchen Servern als Spam eingestuft. Deshalb haben Leser*innen vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung und auch vom Geo Forschungs Zentrum teilweise keine Mail bekommen. Ich bin bereits im Kontakt mit der zuständigen IT-Abteilung und hoffe es bis nächste Woche zu klären.

Sagt Bescheid, falls ihr letzten Freitag nichts bekommen habt und die Ausgabe gerne noch lesen wollt.

Jetzt kommt aber zunächst der Juli-Rückblick.

Viel Spaß beim Lesen!

Jakob


KLIMA-POLITIK

Kohlepolitik im Ausland

Bangladesch Überraschend hat der Minister für Strom, Energie und Bodenschätze von Bangladesch, Nasrul Hamid, angekündigt, den Bau von 26 der geplanten 29 Kohlekraftwerke zu prüfen. Ziel sei es, weg von den kohlebasierten Kraftwerken zu kommen. Bangladesch plant eine der größten Neubauaktionen von Kohlekraftwerken der Welt. Noch ist die Überprüfung aber kein Teil der offiziellen Regierungspolitik. (ClimateHomeNews)

Polen Kohle ist der wichtigste Energieträger in Polen. Noch im Februar sprach der Premierminister davon ein neues Kohlebergwerk zu bauen (mdr). Dennoch sinkt der Anteil an Strom aus fossilen Quellen im nationalen Mix. Die Corona-Pandemie könnte diesen Trend beschleunigen. Aber auch die politische Debatte ändert ihre Richtung. Im Dezember wollte das Land noch das EU-Ziel, Klimaneutralität bis 2050, nicht akzeptieren, jetzt spricht der polnische Klimaminister von einer „Transformation” hin zu Null-Emissionen. Außerdem kündigte Polens Schatzminister die Schließung von vier Steinkohlegruben an. (taz, Klimareporter)

Japan 100 alte Kohlemeiler will die japanische Regierung bis 2030 schließen. Gleichzeitig sollen zehn neue, effiziente Kraftwerke gebaut werden. So schrumpft die Kapazität an Kohlestrom um rund 40 Prozent. Der Kohleanteil am Strommix fällt allerdings nur von rund einem Drittel auf etwa 26 Prozent. (Klimareporter)

Portugal Der portugiesische Energiekonzern EDP hat angekündigt aus wirtschaftlichen Gründen das Abschalten des Kohlekraftwerk Sines auf 2021 zwei Jahre vorzulegen. Damit steigt das Land zwei Jahre früher als gedacht aus der Kohlekraft aus. Es ist der dritte EU-Staat, der dieses Jahr einen vorgezogenen Kohleausstieg angekündigt hat. Voran gingen Schweden und Österreich. (ClimateHomeNews)

Weiteres

  • Der europäische Rat hat sich auf ein Aufbau-Programm sowie einen siebenjährigen Haushaltsplan geeinigt. Einige geplante Gelder für Klimaschutz wurden dabei gekürzt. (Klimareporter)
  • US-Wahlkampf: Joe Biden kündigt Klimamaßnahmen an. (Zeit)
  • Bundeswirtschaftsministerium und Vertreter*innen der Stahlindustrie stellten das „Handlungskonzept Stahl” vor. Statt konkreten Klimaschutzvorgaben erhält die Industrie kostenlose Emissionszertifikate. (Klimareporter)
  • Die G20-Staaten setzen in ihren Corona-Konjunkturpaketen deutlich stärker auf fossile Energien als auf „grüne" Investitionen. (Klimareporter)
  • Ein Report von Investigate Europe zeigt, dass Europas Regierungen fossile Brennstoffe mit mehr als 137 Milliarden Euro im Jahr fördern. (Tagesspiegel)
  • UN warnen vor großen Rückschritten bei Nachhaltigkeit durch die Corona-Pandemie. Auch die Klimaschutzmaßnahmen würden aus dem Fokus geraten. (Zeit)
  • Deutschland fordert ein UN-Frühwarnsystem, um den UN-Sicherheitsrat frühzeitig über Klimawandel-bedingte gesellschaftliche Spannungen zu informieren, die möglicherweise zu bewaffneten Konflikten führen könnten. (Tagesspiegel)

KLIMA-WISSENSCHAFT

Afrikanische Hitzewellen können nicht von Klimamodellen reproduziert werden

Der afrikanische Kontinent gehört zu den Regionen, die am stärksten unter der Klimakrise leiden. Insbesondere Länder südlich der Sahara sind stark von Hitzewellen betroffen. In Zukunft werden solche Extremereignisse eher häufiger. Dennoch lassen sie sich nicht in den vorliegenden Wetterdaten wiederfinden, wie eine aktuelle Studie zeigt. Grund dafür ist, dass dort viel weniger und qualitativ schlechtere Daten gesammelt werden, als im globalen Norden. Das ist problematisch, denn so können Wissenschaftler*innen die Hitzeereignisse nicht ausreichend untersuchen und auch die Entwicklung von Frühwarnsystemen ist erschwert. (Studie, Klimareporter)

Weiteres

  • Die Wälder der EU werden seit 2015 verstärkt gerodet. (Studie, Spiegel)
  • Die Hitzewelle in Sibirien wäre ohne den Klimawandel sehr unwahrscheinlich gewesen. (Studie, CarbonBrief)
  • Bis 2025 überschreitet die globale Durchschnittstemperatur die 1,5 Grad Marke mit 20 prozentiger Wahrscheinlichkeit. (WMO-Bericht, Spiegel)
  • Bis 2025 wird wahrscheinlich so viel CO2 in der Luft sein, wie seit 3,3 Millionen Jahren nicht mehr. (Studie, Spiegel)
  • Gemahlenes Gestein auf den Acker könnte CO2 absorbieren. (Studie, Tagesspiegel)
  • Drastische Temperaturrekorde am Südpol in den letzten 30 Jahre sind nur zum Teil durch den Klimawandel verursacht. (Studie, Spiegel))
  • Es wurden neue Erklärungen für eine außergewöhnlich kalte Region, genannt „cold blob”, südlich von Grönland gefunden. (Studie, CarbonBrief)
  • Eisbären könnten bereits im Jahr 2100 ausgestorben sein. (Studie, taz)
  • Weltweiter Methanausstoß steigt auf Rekordwert. (Studie, Zeit)

KLIMA-FOLGEN

Rekordwerte der CO2 Emissionen in Sibirien

Sibirien erlebt gerade extreme Trockenheit, starke Winde und neue Rekordtemperaturen. Im Juni überstiegen die Temperaturen zeitweise um bis zu zehn Grad den sonst üblichen Durchschnittswert. Das feuert Waldbrände an und erzeugt große Mengen an CO2, die in die Atmosphäre gelangen. Seit Anfang Mai sind das geschätzt 59 Megatonnen CO2 und damit die höchsten Emissionen, die vom Copernicus-Atmosphärenüberwachungsdienst innerhalb des nördlichen Polarkreises seit Messbeginn vor 18 Jahren erfasst wurden. (Spiegel, Klimareporter)

Weiteres

  • Die Gletscher in den Alpen sind in den letzten 15 Jahren um ein Sechstel geschrumpft. (taz)
  • Die durchschnittliche Temperatur in Nord- und Ostsee ist in den vergangenen Jahrzehnten um bis zu zwei Grad Celsius gestiegen. (Zeit)
  • Der Sommer in München könnte in etwa 30 Jahren einen Monat länger dauern. (Süddeutsche)
  • Fischembryonen können sich nur schwer an steigende Wassertemperaturen anpassen. Bei weiterer Erwärmung könnten bis zu 60 Prozent der Fischbestände gefährdet sein. (Spiegel)
  • Das Nordpolarmeer ergrünt: Ursache ist ein starkes Algenwachstum durch die fehlende Eisschicht. (Tagesspiegel)
  • Einiger Schnee in den Alpen ist dank Algenbewuchs pink gefärbt. Dies beschleunigt die Schneeschmelze. (Spiegel)
  • Ein Eisberg mit Rekordgröße droht im Südatlantik zu zerfallen. (Spiegel)
  • In den UK sind in Zukunft neue Hitzerekorde von über 40 Grad Celsius wahrscheinlich. (CarbonBrief)
  • Die Wälder in Deutschland leiden außergewöhnlich stark an Dürre, Hitze und Borkenkäfern. (Spiegel)

KLIMA-AKTIVISMUS

Massive Proteste wegen Autobahnbau in Hessen angekündigt

Klimaaktivist*innen von Fridays for Future, Ende Gelände, Sand im Getriebe und weiteren Gruppen haben sich zum Bündnis „Autokorrektur” zusammengeschlossen. Sie demonstrieren gemeinsam gegen den Bau einer neuen Autobahn in Hessen. Für das Bauprojekt soll der Dannenröder Forst gefällt werden. Im vergangenen Herbst besetzten einige Klimaaktivist*innen ein Waldstück mit Baumhäusern. Sie sehen die Autobahn als „Projekt der Vergangenheit” und fordern einen „tiefgreifenden Wandel unseres Wirtschaftssystems”. Die taz titelt dazu „Der neue Hambi ist in Hessen”. (taz)

Weiteres

  • Im vergangenen Jahr wurden weltweit 212 Menschen getötet, die sich für Umwelt-, Natur- oder Klimaschutz eingesetzt haben. (Klimareporter)
  • Luisa Neubauer und Greta Thunberg verfassen einen offenen Brief an die EU. Sie fordern, dass „Ökozid” eine Straftat wird und mehr Investitionen in Nachhaltigkeit gemacht werden. (Jetzt)
  • Vor etwas mehr als 100 Wochen fand der erste Klimastreik von Greta Thunberg statt. (Klimareporter)
  • In Berlin demonstriert jeden ersten Montag im Monat das Bündnis „Berlin4Future” für das Klima. (Tagesspiegel)
  • Greenpeace kletterte auf den Reichstag und kritisierte mit der Aktion das Kohleausstiegsgesetz. (Tagesspiegel)
  • Greta Thunberg erhielt den Preis für Menschlichkeit der portugiesischen Gulbenkian-Stiftung. (Spiegel)
  • Ende Gelände und Fridays for Future mobilisieren für globalen Massenstreik am 25. September. (taz)
  • Fridays for Future kündigte Proteste gegen ein weiteres Kohleprojekt von Siemens an. (taz)

KLIMA & WIRTSCHAFT

BMW setzt eigene Klimaziele

Der Autokonzern BMW will den CO2-Ausstoß je Fahrzeug um mindestens ein Drittel senken. Dabei soll der Ausstoß in der gesamten Lieferkette berücksichtigt werden. Um das Ziel zu erreichen, will BMW seine Fortschritte genau messen, darüber berichten und den Erfolg an die Gehälter des Vorstands und Topmanagement knüpfen. (Spiegel)

Weiteres

  • Mehrere deutsche Banken haben sich in einer Selbsterklärung verpflichtet, die Erderwärmung auf unter zwei Grad zu begrenzen. (Zeit)
  • Die Deutsche Bank stellt eigene Klima-Regeln für Geschäfte mit der Kohleindustrie vor. (Spiegel)
  • In der ersten Jahreshälfte von 2020 wurde in der EU erstmals mehr erneuerbarer als fossiler EU-Strom produziert. (Klimareporter)
  • Eine Gesetzeslücke könnte Besitzer*innen von alten, privaten Solaranlagen dazu bringen, sie vorzeitig abzuschalten. (Spiegel)
  • US-Fossilwirtschaft erlebt gerichtliche Niederlage. Der Baustopp für die umstrittene Erdöl-Pipeline Keystone XL von Kanada in die USA bleibt bestehen. (taz)

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