3. März - 9. März 2026
1) Wahl in Baden-Württemberg: Kretschmanns Erbe und die Zukunft der Klimapolitik
Nach 15 Jahren endet in Baden-Württemberg die Ära von Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Der erste grüne Regierungschef Deutschlands prägte das Land mit einem Stil, der ökologische Politik mit wirtschaftlicher Stabilität verbinden sollte. In seiner Amtszeit wurden unter anderem der Nationalpark Schwarzwald gegründet, eine Solardachpflicht eingeführt, ein dichtes Netz an Ladesäulen aufgebaut und internationale Klimainitiativen gestartet. Gleichzeitig kritisieren viele, dass der Ausbau der Windenergie lange zu langsam verlief und die Industriepolitik oft zu vorsichtig war. Auch der eigene Klima-Sachverständigenrat mahnte vielfach eine Erhöhung des Tempos an.
Die Landtagswahl zeigt nun auch ein strukturelles Problem für progressive Klimapolitik: Wirtschaft war laut Umfragen das wichtigste Wahlkampfthema. Klimaschutz spielte eine geringere Rolle und wirtschaftliche Kompetenz wird weiterhin eher konservativen Parteien zugeschrieben. Für die Zukunft der Klimapolitik im Land wird entscheidend sein, wie ambitioniert die neue Regierung tatsächlich handelt. Baden-Württemberg hat sich selbst das Ziel gesetzt, international zum „Klimaschutzland” zu werden.
Zum Weiterlesen: taz, Zeit, taz, Geld für die Welt
2) Iran-Krieg zeigt erneut: Fossile Abhängigkeit bedeutet Preisschocks
Der Krieg rund um den Iran bringt die globale Energieversorgung erneut ins Wanken und zeigt, wie stark Deutschland weiterhin von fossilen Importen abhängig ist. Durch die Blockade der Straße von Hormus, wo normalerweise etwa ein Fünftel des weltweiten Ölhandels transportiert wird, steigt der Ölpreis auf erstmals über 100 Dollar seit 2022. Auch Erdgas verteuerte sich deutlich. Steigende Energiepreise bringen die Inflationsangst zurück und könnten nach Einschätzung von Ökonom*innen sogar eine globale Rezession auslösen.
Kritiker*innen und neuerdings auch 1.700 Unternehmen werfen der Bundesregierung vor, in dieser Krise wichtige Maßnahmen der Energiewende zu bremsen und damit die Preise zusätzlich zu belasten. Dazu gehören Pläne für neue Gaskraftwerke, eine Abschwächung der Heizungsregeln sowie Kürzungen bei Förderungen für Solaranlagen.
Der Konflikt zeigt erneut, dass fossile Abhängigkeit nicht nur ein Klimaproblem ist, sondern auch eine Frage von Sicherheit, Preisen und politischer Stabilität. Wer dieses Problem besser verstehen möchte, sollte die zwei neusten Bücher von Annika Joeres und Susanne Götze lesen oder bei unserem Gewinnspiel mitmachen.
Zum Weiterlesen: Spiegel, Tagesschau, Frankfurter Rundschau, Tagesschau
3) Klimakrise trifft Frauen besonders stark
Rund um den Internationalen Frauentag am 8. März rückt auch eine oft übersehene Dimension der Klimakrise in den Fokus: Die Diskriminierung von Frauen in der Klimakrise.
In der taz berichtet Sabine Minninger von Brot für die Welt, dass Frauen und Kinder bei Naturkatastrophen häufiger sterben als Männer. Ein Grund sind gesellschaftliche Rollenbilder. In vielen Regionen kümmern sich Frauen im Katastrophenfall zuerst um Kinder, Familie oder Besitz und bringen sich dadurch selbst in größere Gefahr. Außerdem haben sie häufig weniger Zugang zu Warnsystemen oder sicheren Unterkünften. In Notunterkünften nach Extremwetterereignissen kommt es außerdem immer wieder zu sexualisierter Gewalt gegen Frauen.
Auch in der internationalen Klimafinanzierung spielt Geschlechtergerechtigkeit bislang nur eine kleine Rolle. In vielen Ländern fließen weniger als ein Prozent der Mittel in Projekte, die speziell die Bedürfnisse von Frauen berücksichtigen. Expertinnen betonen deshalb, dass effektiver Klimaschutz auch immer Geschlechtergerechtigkeit mitdenken muss.
Zum Weiterlesen: taz
Als Quelle für diese Version von Klimahochdrei habe ich folgende Auswahl an Online-Medien verwendet: taz, Zeit, Tagesschau, Geld für die Welt, Frankfurter Rundschau, und Spiegel.
Dieses Werk von Klimahochdrei ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.
