Klimahochdrei Abonnieren Über uns Archiv FAQ

1) Von der Leyen: Europa muss sich gleichzeitig anpassen und Emissionen senken

In ihrer Rede zur Lage der Europäischen Union bezeichnete Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen den Klimawandel als einen der entscheidenden Wendepunkte für Europa. „Es waren die heißesten Sommermonate aller Zeiten – aber vielleicht die kühlsten der kommenden Jahre.“ Europa müsse seine Klimaziele weiterverfolgen, die Elektrifizierung und die erneuerbaren Energien vorantreiben und gleichzeitig stärker in die Anpassung an die bereits unvermeidbaren Folgen der Erderhitzung investieren.

Die EU-Kommission will im Oktober einen neuen Rahmen für Klimaresilienz vorstellen. Dabei sollen die 100 am stärksten gefährdeten Regionen Europas identifiziert und ihre Risiken bewertet werden. Auch Technologien zur Anpassung, etwa dürreresistente Pflanzen und Hochwasserschutz, sollen stärker gefördert werden, um Europa zum Vorreiter bei Technologien gegen Hitze, Dürren und Fluten zu machen.

Gleichzeitig betonte von der Leyen, dass Anpassung kein Ersatz für Klimaschutz sei. Bis 2040 soll sich der Anteil von Strom am europäischen Energieverbrauch verdoppeln. Dadurch sollen sowohl die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten als auch die damit verbundenen Kosten sinken.

Zum Weiterlesen: Frankfurter Rundschau, Zeit, Europäische Kommission

2) Wasserreserven schrumpfen weltweit

Weltweit stehen Wasserreserven laut einem neuen Bericht der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) zunehmend unter Druck: Flüsse führen weniger Wasser, Gletscher schrumpfen weiter, Grundwasserspiegel sinken vielerorts. 2025 floss durch die Flüsse weltweit im Schnitt so wenig Wasser wie seit 35 Jahren nicht mehr, an fast zwei Dritteln der Grundwassermessstellen zeigten sich ungewöhnliche niedrige Werte. Als Hauptursachen nennt die WMO den Klimawandel und die steigende Wassernachfrage. Ungewöhnliche Wasserverhältnisse würden zunehmend zur Normalität.

Der Klimawandel verändert den gesamten Wasserkreislauf: Eine wärmere Atmosphäre speichert mehr Feuchtigkeit, wodurch sowohl Dürren als auch Starkregen zunehmen. Besonders betroffen sind Asien und Afrika, aber auch in Deutschland sinken regional die Grundwasservorräte bei gleichzeitig steigendem Risiko für beide Extreme.

Die WMO fordert bessere Messsysteme, internationalen Datenaustausch und frühzeitige Warnungen. Nötig seien zudem Anpassungen wie Renaturierung, Schwammstädte, veränderte Ernährungsgewohnheiten und eine Debatte über Wasserrechte. Langfristig entscheidend bleibt die Begrenzung der Erderhitzung, um den Verlust von Wasserressourcen zu bremsen.

Zum Weiterlesen: ZDFheute, Spiegel, Deutschlandfunk, Klimaerporter

3) Deutsche Unternehmen verlieren beim Klimaschutz an Tempo

Laut dem neuen „What if Report“ der Klimaberatung Right sind nur 26 der 71 untersuchten Unternehmen aus dem DAX, MDAX und SDAX noch auf einem Kurs von maximal 1,7 Grad. Dies ist Rights eigene Auslegung des im Pariser Abkommen vereinbarten Ziels, den globalen Temperaturanstieg auf jeden Fall unter 2 Grad und möglichst unter 1,5 Grad zu halten. Im Vorjahr lagen noch 28 Unternehmen auf diesem Pfad, 25 verschlechterten sich, nur 19 verbesserten sich.

Right setzt die berichteten CO2-Emissionen eines Unternehmens ins Verhältnis zu seiner wirtschaftlichen Wertschöpfung und vergleicht die Entwicklung mit sektorspezifischen Klimapfaden. Daraus wird berechnet, auf welchem Temperaturpfad das Unternehmen liegt. Möglich werde dies nur wegen der Nachhaltigkeitsrichtlinie der EU, welche Unternehmen zur Offenlegung von Klimadaten verpflichtet, so Hannah Helmke, Gründerin von Right.

Besonders weit vom Paris-Ziel entfernt ist Bayer mit 7,5 Grad, während GEA mit 0,8 Grad ein positives Beispiel ist.

Zum Weiterlesen: taz, tagesschau, Frankfurter Rundschau, SWR

Bleib auf dem Laufenden! Der Newsletter Klimahochdrei informiert dich einmal wöchentlich über das Aktuellste zur Klimakrise. Kern des Klimanewsletters sind drei ausgewählte Meldungen aus den Bereichen Klimapolitik, Klimaforschung, Klimaaktivismus oder verwandten Themen rund um den Klimawandel. Melde dich kostenlos an: