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1) Streit um den Klimafonds: Milliardenrisiko für den Klimaschutz

Die Bundesregierung plant, mögliche Ausgleichszahlungen für verfehlte EU-Klimaziele künftig aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF) zu bestreiten. Dieser Fonds finanziert eigentlich Investitionen in erneuerbare Energien, Industrieumbau oder den Ausbau des ÖPNV. Kritiker*innen warnen, dass damit dringend benötigte Mittel zweckentfremdet würden.

Hintergrund ist die Europäische Lastenteilungsverordnung: Wenn Deutschland seine Vorgaben in Bereichen wie Verkehr oder Gebäude nicht erfüllt, muss es Zertifikate von anderen EU-Staaten kaufen. Der Expertenrat für Klimafragen erwartet bis 2030 eine Lücke von 224 Millionen Tonnen CO2. Bei einem Preis von 100 Euro pro Tonne könnten Kosten von rund 22 Milliarden Euro entstehen – im Schnitt über vier Milliarden jährlich.

Fachpolitiker*innen von Union, Grünen und SPD lehnen die Verlagerung in den KTF entschieden ab. Statt Geld für Zertifikate auszugeben, müsse mehr in Klimaschutz vor Ort investiert werden. Andernfalls drohe ein Teufelskreis: Weniger Investitionen führen zu mehr Zielverfehlungen, die wiederum weitere Zahlungen nach sich zögen. Auch innerhalb der Koalition ist umstritten, ob der KTF so belastet werden darf. Das Finanzministerium verweist auf haushalterische Gründe, betont aber, endgültige Entscheidungen fielen erst in den jährlichen Beratungen.

Zum Weiterlesen: taz, Spiegel, Tagesspiegel

2) Zugspitze: Permafrost und Gletscher vor dem Aus

Forschende warnen, dass der Permafrost am höchsten Berg Deutschlands bis 2050 verschwinden könnte. Damit steigt das Risiko für Felsstürze und Hangrutsche, die Wanderwege und Infrastruktur gefährden. Schon jetzt nehmen Abbrüche durch tauenden Permafrost in den Alpen zu.

Auch die letzten deutschen Gletscher sind akut bedroht: Der Nördliche Schneeferner hat seit 1980 mehr als die Hälfte seiner Fläche verloren und könnte schon 2030 weitgehend verschwunden sein. Spätestens 2050 gilt er als verloren.

Die Alpen erwärmen sich doppelt so schnell wie der Rest der Welt im Durchschnitt. Prognosen zufolge wird bis Mitte des Jahrhunderts etwa die Hälfte der Alpengletscher verschwinden – mit Folgen für Tourismus, Sicherheit und die Wasserversorgung in den Sommermonaten.

Zum Weiterlesen: Spiegel, Süddeutsche

3) China baut Kohle und Erneuerbare gleichzeitig aus

China treibt seine Energiepolitik mit widersprüchlichen Signalen voran: Im ersten Halbjahr 2025 gingen Kohlekraftwerke mit einer Leistung von 21 Gigawatt ans Netz. Das ist so viel wie seit zehn Jahren nicht mehr. Die Regierung in Peking begründet den Kohleausbau mit der Notwendigkeit eines „Sicherheitsnetzes”, um auch in Spitzenzeiten die Stromversorgung zu garantieren. Gleichzeitig investiert das Land in einem bisher unerreichten Tempo in Solar- und Windkraft. Laut Schätzungen könnte der Zubau an erneuerbaren Energien allein in diesem Jahr den Strombedarf von Deutschland und Großbritannien decken.

Offiziell hält die Regierung an ihren Klimazielen fest, doch Expert*innen sehen im veralteten Stromnetz den eigentlichen Engpass. Währenddessen zeigen Dürren im Norden und Überschwemmungen im Süden, wie verwundbar das Land durch die Klimakrise ist.

Zum Weiterlesen: Spiegel, taz

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