29. September - 5. Oktober 2026
1) Solarstrom erreicht neuen Rekord
Deutschland hat bereits Ende September mehr Solarstrom erzeugt als im gesamten Jahr 2025. Rund ein Fünftel der Stromerzeugung kommt inzwischen aus Solarenergie. Wie der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) unter Berufung auf Daten der Energy-Charts des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE mitteilte, liegt der Rekord an vielen Sonnenstunden und dem weiteren PV-Ausbau.
Doch der Rekord kommt zu einem politischen Wendepunkt: Die Bundesregierung plant mit der Novellierung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) und dem Netzpaket neue Hürden für Solarprojekte. Für Dachanlagen soll die garantierte Einspeisevergütung perspektivisch entfallen. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) warnt vor einem „verheerenden Signal“ für die Energiewende. Die Solarbranche warnt deshalb vor einem massiven Einbruch beim Zubau. Eine Bertelsmann-Untersuchung warnt, dass bis 2035 knapp 200.000 neue Jobs nicht entstehen würden, falls Investitionen durch unsichere politische Rahmenbedingungen ausbleiben.
Zum Weiterlesen: taz, tagesschau, ZFK
2) Europa erlebt Rekordsommer
Europa hat einen außergewöhnlichen Hitzesommer erlebt. In Westeuropa war es der wärmste Sommer seit Aufzeichnungsbeginn und damit 2,5 °C über dem Mittel von 1991 bis 2020. Mehr als die Hälfte Europas war von sehr starkem Hitzestress betroffen.
Doch es waren nicht nur die Temperaturen: In diesem Jahr wurden in Europa laut EU-Klimadienst Copernicus die stärksten Niedrigwasserstände seit Beginn der Erfassung 1992 festgestellt. Gleichzeitig waren die europäischen Meere ungewöhnlich warm. Auch die Waldbrandsaison war außergewöhnlich intensiv. Forschende sprechen von sich überlagernden Klimaextremen. Die Folgen sind besonders stark für Umwelt, Gesundheit und Wirtschaft.
3) Deutschlandticket wird teurer, Tankrabatt bleibt
Das Deutschlandticket soll ab Januar 66,80 Euro kosten. Gleichzeitig gibt die Bundesregierung rund 2,5 Milliarden Euro für einen dreimonatigen Tankrabatt aus. Die Kombination sorgt für Kritik: Für die Summe des Tankrabatts könnte das Deutschlandticket etwa ein weiteres Jahr finanziert werden.
Eine andere Möglichkeit wäre sogar ein kostenloser ÖPNV. Ökonom und Journalist Maurice Höfgen erklärt, dass ein ticketfreier Nahverkehr neben Klimaschutz und sozialer Teilhabe auch ökonomische Vorteile hätte. Auch Greenpeace hat bereits 2025 untersucht, welcher Preis einen guten Kompromiss zwischen Finanzierbarkeit und Nutzbarkeit darstellt. Ergebnis: 29 Euro wären ein verträglicher Preis. Ein günstigeres Ticket könnte mehr Menschen zum Umstieg vom Auto auf Bus und Bahn bewegen.
Zum Weiterlesen: Tagesspiegel, TAZ, Klimafakten
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