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Hallo zusammen,

die Auswirkungen der Klimakrise, insbesondere auf Deutschland, wurden durch die Flutkatastrophe der letzten Tage sehr deutlich. Aufgrund der ausgiebigen Berichterstattung auf vielen Kanälen will ich mich hier kurz halten. Wie die Klimakrise die Niederschläge in Deutschland beeinflusst hat, könnt ihr im Spiegel-Artikel vom Klimaforscher Stefan Rahmstorf nachlesen.

Hier geht’s weiter mit den Klimanews der Woche.

Viele Grüße

Jakob


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Klimanews der Woche

1) Söder kündigt für Bayern mehr Klimamaßnahmen an

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kündigte als Reaktion auf die Flutkatastrophe an, er wolle Klimaneutralität in Bayern bereits 2040 erreichen. Der Bund plant dies erst für das Jahr 2045. Weiterhin plädierte Söder für einen früheren bundesweiten Kohleausstieg und Solarpflicht für Neubauten. Reine Inszenierung und fehlender konkreter Klimaschutz wurde ihm daraufhin vom Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann vorgeworfen. (Klimareporter, Zeit)

Maßnahmen. Besonders umstritten ist in Bayern die „10-H”-Regelung für den Abstand von Windkraftanlagen und Wohnbebauung, die den Neubau von Windkraftanlagen praktisch unmöglich macht. Trotz Söders erklärtem Ziel von 100 Prozent erneuerbarer Energieversorgung, hält der Ministerpräsident weiterhin an dieser Regel fest. Er plant hingegen:

  • eine Ausnahmeregel für einen vereinfachten Bau von Windkraftanlagen in Staatswäldern, auf Truppenübungsplätzen und „vorbelasteten Flächen”,
  • eine Verdopplung der Zuschüsse für Hausdach-Solaranlagen.

Auf eine bayrische Solarpflicht für private Neubauten konnte er sich bis jetzt mit seinem Koalitionspartner Freie Wähler nicht einigen. Weitere von Söder angekündigte Maßnahmen sind:

  • die Renaturierung trockengelegter Moore sowie Aufforstungen,
  • mehr Fahrradwege, mehr ÖPNV,
  • mehr Nutzung von Holz beim Hausbau.

2) Amazonas-Regenwald stößt CO2 aus

Das Amazonasgebiet gibt mehr CO2 in die Atmosphäre ab, als es aufnimmt. In einer neuen Studie entnahmen Wissenschaftler*innen zwischen 2010 und 2018 bei Messflügen rund 600 Luftproben auf verschiedenen Höhen von bis zu 4,8 Kilometern. Die Messungen ergaben, dass im nordwestlichen Teil des Amazonas genauso viel CO2 in die Atmosphäre gelangt, wie Wald und Böden speichern. Hingegen werden in den östlichen Regionen mehr CO2 freigesetzt als aufgenommen. Bislang gilt der Amazonas als „grüne Lunge” der Erde, die den Klimawandel abschwächt, in dem sie CO2 speichert. Ist dies nicht mehr der Fall, begünstigt das die weitere Erhitzung der Erde. (Tagesspiegel, Spiegel)

Mögliche Ursachen. Mehrere Faktoren könnten dies verursacht haben. Ein wichtiger Umstand sei die Landnutzung. Durch Abholzung und Brandrodung wird Waldgebiet in Weiden und Ackerland umgewandelt. In diesem Prozess wird CO2 freigesetzt. Außerdem kann Weide- oder Ackerland weniger CO2 absorbieren. Steigende Temperaturen seien ebenfalls Teil des Problems. Durch sie beschleunigt sich die Zersetzung toter Pflanzenmasse, wodurch CO2 freigesetzt wird. Zudem steigt die Waldbrandgefahr.

3) Flutkatastrophe in China

Drei Tage Starkregen führten zu gewaltigen Überflutungen in der chinesischen Provinz Henan. Die Regenfälle sind die stärksten jemals in China gemessenen Niederschläge. In drei Tagen fiel so viel Regen wie sonst während eines Jahres. Besonders tragisch war die Überflutung einer U-Bahnstation. Den eingeschlossenen Fahrgästen reichte das Wasser bis zur Brust. Einige wurden vom Sauerstoffmangel ohnmächtig. Zwölf Menschen starben. (taz, ClimateHomeNews)

Chinas Reaktion. Die Regierung bestätigte bislang insgesamt 25 Tote. Chinas Staatsführer Xi Jinping nannte die Fluten „sehr besorgniserregend”. Berichte über das Ausmaß der Schäden zensiert die Regierung allerdings weitestgehend. Auch ein Zusammenhang mit der Klimakrise wurde in den chinesischen Medien nur sehr wenig thematisiert.

Rolle der Klimakrise. Überschwemmungen sind im chinesischen Sommer üblich. Das Gebiet Henan zählt eigentlich jedoch nicht zu den Hochrisikogebieten. Der Klimawandel führt dazu, dass Überschwemmungen häufiger und gewaltiger auftreten. Dieser Trend ist sowohl in China als auch in Europa, bei den Überflutungen in Deutschland, zu sehen. Da sich die Arktis schneller erwärmt als der Rest der Welt, hat sich der Temperaturunterschied verringert, was die typische Luftbewegung von West nach Ost abschwächt. Das bedeutet, dass das Wetter länger anhält und aus einem Tag Starkregen zwei oder drei Tage werden können.


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