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Hallo zusammen,

in der vergangenen Woche war die Klimakrise häufig im Fernsehen Thema. Die ARD zeigte zwei Filme hierzu. Ein Gerichtsdrama „Ökozid”, in dem Deutschland im Jahr 2034 für seine Umweltsünden angeklagt wird (Rezension der taz). Und eine Dokumentation „Expedition Arktis” über die Expedition des Forschungsschiffs Polarstern (Rezension der Süddeutschen). Ich habe beide noch nicht gesehen, dennoch erwähne ich sie hier, für alle Leser*innen, denen im Lockdown langweilig ist.

Weiter geht es mit den Klimanews der Woche.

Viele Grüße

Jakob


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Klimanews der Woche

1) Rotes Kreuz: Klimakrise verursacht immer mehr Naturkatastrophen

In den letzten zehn Jahren waren für vier von fünf Naturkatastrophen die Klimakrise und extremes Wetter verantwortlich. Laut dem Weltkatastrophenbericht des Roten Kreuzes ist dieser Anteil in den vergangenen 30 Jahren um fast 35 Prozent angestiegen. (Tagesspiegel, Zeit)

Auswirkungen. Seit 2010 waren 1,7 Milliarden Menschen von klimabedingten Naturkatastrophen betroffen, davon sind 410.000 Menschen gestorben. Die häufigsten Todesursachen sind Hitzewellen und Stürme. In Ländern mit niedrigem Durchschnittseinkommen treten Extremwetterereignisse überdurchschnittlich oft auf.

Bewertung. Das Rote Kreuz fordert, dass mehr Geld in Frühwarnsysteme und Katastrophenvorsorge investiert werden muss. Hierfür benötigen 50 Entwicklungsländer in den nächsten zehn Jahren 50 Milliarden Dollar (rund 42 Milliarden Euro). Im Vergleich zum EU-Corona-Aufbauplan von 750 Milliarden Euro sei das ein vergleichsweise geringer Betrag. Einerseits gäbe es eine moralische Verpflichtung, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Außerdem sei es günstiger, in die Widerstandsfähigkeit der potenziell betroffenen Menschen zu investieren. Humanitäre Einsätze nach den Katastrophen seien kostenintensiver.

2) Boris Johnson stellt 10-Punkte-Klimaplan vor

Mit rund 12 Milliarden Pfund und einem 10-Punkte-Plan will Großbritanniens Premierminister Boris Johnson CO2-Neutralität bis 2050 erreichen und 250.000 neue Arbeitsplätze schaffen. (Guardian, RP-Online)

Maßnahmen:

  • Neuzulassungsverbot von Benzin- und Dieselfahrzeugen ab 2030.
  • Vervierfachung der Offshore-Windenergie bis 2030. Das reicht aus, um alle britischen Haushalte mit Strom zu versorgen.
  • Investitionen in Atom-, Wasserstoff- und CO2-Abscheidungstechnologien.
  • Investitionen in Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge.
  • Investitionen, für energieeffizientere Häuser und öffentliche Gebäude.

Bewertung. Im europäischen Vergleich ist Johnsons Klimaplan mit 12 Mrd. Pfund eher klein. Deutschlands Klimapaket umfasst 40 Mrd. Euro (36 Mrd. Pfund) und Frankreich investiert 30 Mrd. Euro (27 Mrd. Pfund) in grüne Projekte. Politiker der Labor-Partei kritisieren Johnsons Plan als weder ausreichend zum Erreichen der Klimaziele, noch zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Greenpeace kritisiert die Förderung der Atomenergie und des Wasserstoffs. Im Gesamten lobt die Organisation aber Johnsons Plan als „großen Schritt nach vorne”.

3) Rückgang der Emissionen von den G20-Staaten

2019 sind die Treibhausgasemissionen der 20 größten Volkswirtschaften der Welt um 0,1 Prozent zurückgegangen im Vergleich zu 2018. Gemeinsam verantworten sie 80 Prozent der globalen Emissionen. Noch 2018 stiegen die Emissionen im Vergleich zum Vorjahr um 1,9 Prozent. Laut dem Climate Transparency Report ist der leichte Rückgang auf die energiepolitische Steuerung zurückzuführen und nicht auf etwa eine Wirtschaftskrise. Der Report wird von verschiedenen Forschungsorganisationen und NGOs gemeinsam erstellt. (taz, Klimareporter)

Mögliche Ursachen für den Rückgang:

  • 2019 wurden zwei Prozent weniger Kohle verfeuert.
  • Der Ökostrom-Anteil der G20-Staaten ist in den vergangen fünf Jahren um knapp ein Fünftel auf 28 Prozent angestiegen.

Prognose. Für das Jahr 2020 gehen die Studienautor*innen von einem Rückgang um 7,5 Prozent aus. Hauptursache dafür sei die Corona-Pandemie. Wirtschaftshilfen als Reaktion auf die Pandemie gefährden allerdings den Erfolg. In den kommenden Jahren sei mit einem deutlichen Anstieg der Emissionen zu rechnen. Viele Länder fördern fossile Energien, die Luftfahrt und die Autoindustrie im Rahmen von Konjunkturprogrammen. Im schlimmsten Fall könnten die Emissionen sogar wieder steigen.


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