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1) Ozeane steuern auf neue Wärmerekorde zu

Die globalen Meerestemperaturen sind erneut auf ein Rekordniveau gestiegen. Wie Daten der Plattform Climate Reanalyzer zeigen, wurden im März und April 2026 an mehreren Tagen die bisherigen Höchstwerte aus dem Jahr 2024 übertroffen. Bemerkenswert dabei ist, dass das Wetterphänomen El Niño, das 2023/24 maßgeblich zu den Rekordtemperaturen beitrug, aktuell kaum eine Rolle spielt. Besonders stark aufgeheizt ist derzeit der Pazifik vor den Küsten Kaliforniens und Mexikos. Helge Gößling, Klimaphysiker am Alfred-Wegener-Institut, betont, dass die Rekorde von 2023/24 kein Ausreißer waren. Die Welt befinde sich auf einem stetigen Erwärmungspfad. Die Meere nehmen rund 90 Prozent der zusätzlichen Wärme auf, die durch den Anstieg der Treibhausgase in der Atmosphäre entsteht, und bremsen so kurzfristig die Erwärmung der Atmosphäre. Mojib Latif vom GEOMAR weist jedoch darauf hin, dass ein Teil dieser Wärme langfristig wieder abgegeben wird. Hinzu kommt, dass sich der weltweite Treibhausgasausstoß nicht kurzfristig auf null senken lässt. Beides zusammen mache eine Erderwärmung von mehr als zwei Grad nach seiner Einschätzung kaum mehr vermeidbar.

Zum Weiterlesen: taz, Tagesspiegel

2) CO2-Preis bleibt 2027 eingefroren

Die Bundesregierung hat sich darauf geeinigt, den CO2-Preis für Heizen und Tanken im Jahr 2027 nicht zu erhöhen. Er bleibt somit bei 55 bis 65 Euro pro Tonne statt wie geplant auf 80 Euro zu steigen. Begründet wird diese Entscheidung mit den aktuell hohen Energiepreisen. Für den Bundeshaushalt hat dies direkte Konsequenzen: Dem Klima- und Transformationsfonds (KTF), mit dem Klimaschutzmaßnahmen wie die Förderung von Wärmepumpen finanziert werden, fehlen rund vier Milliarden Euro. Ökonom Niklas Illenseer von der Denkfabrik Dezernat Zukunft warnt vor einer schleichenden Umwidmung des Fonds. Statt die Transformation zu finanzieren, werde der KTF seiner Meinung nach zunehmend genutzt, um Industrieenergiepreise zu subventionieren. Wie das entstehende Haushaltsloch geschlossen werden soll, bleibt zunächst offen.

Zum Weiterlesen: Tagesschau, Tagesspiegel

3) Expert*innenrat: Deutschland verfehlt Klimaziele deutlich

Der unabhängige Expert*innenrat für Klimafragen schätzt, dass Deutschland seine Klimaziele nicht erreichen wird. Das neu veröffentlichte Gutachten kommt zu dem Schluss, dass das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung deutlich geringere Wirkung entfalten wird als angenommen. Selbst bei vollständiger Umsetzung würden keines der Ziele für 2040 erreicht werden. So werde das gesetzlich festgelegte Emissionsbudget für die Jahre 2020 bis 2030 um 60 bis 100 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente überschritten. Der Rat spricht von „dringendem politischem Handlungsbedarf”.

Zum Weiterlesen: Spiegel, Zeit

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