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1) Ozeane in der Dauerhitze

Der jährlich erscheinende Bericht Indicators of Global Climate Change (IGCC), den mehr als 70 Wissenschaftler*innen zur UN-Klimakonferenz in Bonn vorgelegt haben, zeichnet ein eindeutiges Bild: Die Erde nimmt so viel Energie auf wie nie zuvor seit Beginn der Messungen.

Besonders auffällig ist die Entwicklung der Ozeane. Die Zahl der Tage mit Meereshitzewellen hat sich seit 1991 mehr als verdreifacht – im Jahr 2025 war die Oberfläche der Weltmeere im Durchschnitt an 65 Tagen von solchen Extremereignissen betroffen. Gleichzeitig stieg der Meeresspiegel zuletzt deutlich schneller: Zwischen 2018 und 2025 wuchs er um 3,84 Millimeter pro Jahr, gegenüber 2,33 Millimeter pro Jahr im Zeitraum 1971 bis 2018.

Das verbleibende CO2-Budget, um die Erderwärmung mit 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit auf 1,5 Grad zu begrenzen, beträgt laut IGCC noch 130 Milliarden Tonnen CO2. Bei aktuellem Ausstoß ist es in drei Jahren aufgebraucht.

Zum Weiterlesen: taz, Tagesspiegel

2) Stahl zwischen Klimawende und Krise: Tausende gehen auf die Straße

Rund 10.000 Stahlarbeiter*innen demonstrierten diese Woche in Berlin und dem Saarland für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Die Branche leidet gleichzeitig unter Wirtschaftsflaute, Billigimporten aus Asien, hohen US-Zöllen und den Kosten des Umbaus zu klimaneutraler Produktion.

Die IG Metall fordert staatliche Unterstützung für den Übergang zu grünem Stahl und warnt ausdrücklich davor, den europäischen Emissionshandel (ETS) aufzuweichen. Ein solcher Schritt würde laut Gewerkschaft zehntausende Arbeitsplätze gefährden, die gerade von der Transformation abhängen. Hintergrund ist ein für Juli angekündigter EU-Kommissionsvorschlag zur Revision des ETS.

Der Fall zeigt exemplarisch das Spannungsfeld, in dem sich die Klimapolitik bewegt: Der Umbau zu grünem Stahl ist politisch gewollt, doch ohne verlässliche Rahmenbedingungen und Finanzierung stockt er.

Zum Weiterlesen: Tagesspiegel, Zeit

3) Hambacher Wald wird unter Naturschutz gestellt

Nach Jahren des Protests und zäher Verhandlungen ist es offiziell: Der Hambacher Wald wird dauerhaft unter Naturschutz gestellt. Am 9. Juni unterzeichneten drei Mitglieder der NRW-Landesregierung gemeinsam mit RWE, umliegenden Kommunen sowie Landwirtschafts- und Naturschutzverbänden eine entsprechende Erklärung in Düsseldorf.

Bis 2035 sollen alle Flächen, die sich noch im Besitz von RWE befinden, in öffentliches Eigentum überführt werden. Anschließend soll das rund 500 Hektar große Gebiet als „Wildnisentwicklungsgebiet" ausgewiesen werden. Zwei Waldverbundkorridore sollen den Hambacher Wald zudem mit benachbarten Waldflächen vernetzen. Die Details der Vereinbarung werden bis Ende 2026 in einem öffentlich-rechtlichen Vertrag festgehalten.

Der BUND begrüßte die Einigung als Chance für die ökologische Wiederbelebung der durch den Tagebau belasteten Region. Die Befüllung des entstehenden Tagebausees soll durch die Schutzmaßnahmen nicht beeinträchtigt werden.

Zum Weiterlesen: Tagesschau, Spiegel

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