18. Juni - 24. Juni 2025
1) Nur noch drei Jahre bis zur 1,5-Grad-Marke?
Ein neuer Bericht warnt: Wenn die Emissionen im aktuellen Tempo weiter ansteigen, ist das CO2-Budget für die 1,5-Grad-Grenze in drei Jahren aufgebraucht. Grundlage ist der Bericht Indicators of Global Climate Change, in dem ein internationales Forschungsteam zentrale Kennzahlen zur Erderwärmung systematisch zusammenträgt. Die Berechnungen orientieren sich methodisch am aktuellen Sachstandsbericht des Weltklimarats IPCC – etwa bei der Bestimmung des verbleibenden CO2-Budgets.
Eine Überschreitung der 1,5-Grad-Marke erhöht das Risiko für häufige und besonders zerstörerische Wetterextreme wie Fluten und Hitzewellen. Zudem wird es wahrscheinlicher, dass sogenannte Kipppunkte im Klimasystem überschritten werden – etwa beim grönländischen Eisschild oder dem Amazonas-Regenwald. Diese Systeme könnten dann teils unumkehrbare Veränderungen durchlaufen, die globale Folgen hätten, darunter ein langfristig deutlich steigender Meeresspiegel.
Gleichzeitig betonen Forschende: Auch wenn 1,5 Grad überschritten werden, ist nicht alles verloren. Jede vermiedene zusätzliche Erwärmung zählt, da mit jedem Zehntelgrad weniger die Risiken und Schäden abnehmen. Das gilt auch für das Zwei-Grad-Ziel, dessen CO2-Budget nach aktueller Entwicklung etwa im Jahr 2035 aufgebraucht wäre.
Zum Weiterlesen: Tagesspiegel, Spiegel, Zeit
2) Elf Prozent fürs Klima: Wirtschaft bremst nicht, beschleunigt aber auch nicht
Eine Erhebung des ifo Instituts zeigt: Unternehmen in Deutschland planen 2025 rund elf Prozent ihrer Investitionen für Klimaschutz ein – etwa für Energieeffizienz, CO2-Minderung und Erneuerbare Energien. Im Vergleich zum Vorjahr bleiben die Investitionen damit nahezu unverändert. Laut ifo reicht das nicht aus, um die Klimaziele zu erreichen – vor allem in den Bereichen Verkehr und Gebäude. Es brauche klarere politische Vorgaben und verlässliche Förderung, um eine grüne Transformation zu schaffen. Neue politische Vorgaben sind in Arbeit. Bis März 2026 muss die Bundesregierung ein neues Maßnahmenprogramm vorlegen. Der Expert*innenrat für Klimafragen warnt: Ohne zusätzliche Anstrengungen sind die Ziele für 2040 und 2045 nicht erreichbar.
3) Kritische Grundwasserlage in jedem zweiten Landkreis
Laut eines Berichts des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) wird in rund der Hälfte der deutschen Landkreise mehr Grundwasser entnommen, als sich durch Niederschläge erneuern kann. Betroffen sind nicht nur trockene Regionen im Osten, sondern auch Ballungsräume wie die Rheinschiene. Die Ursachen sind vielfältig: Neben der Trinkwasserversorgung benötigen auch Industrie und Landwirtschaft große Mengen. Besonders in Dürrejahren steigt der Wasserbedarf in der Landwirtschaft deutlich. Der BUND fordert eine Senkung des Wasserverbrauchs, eine Priorisierung der Nutzung sowie den besseren Schutz von Ökosystemen, die Wasser im Boden halten können.
Als Quelle für diese Version von Klimahochdrei habe ich folgende Auswahl an Online-Medien verwendet: taz, Tagesspiegel, Zeit, Süddeutsche, und Spiegel.
Dieses Werk von Klimahochdrei ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.
