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1) Mikroplastik heizt die Atmosphäre auf

Mikroplastik verschmutzt nicht nur Meere und Böden, sondern erwärmt offenbar auch das Klima. Eine neue Studie zeigt, dass winzige Plastikpartikel in der Luft Sonnenlicht aufnehmen und die Energie anschließend als Wärme an die Luft abgeben. Entscheidend ist Farbe der Partikel. Schwarze, rote oder blaue Partikel nehmen deutlich mehr Wärme auf als transparente oder weiße Kunststoffe.

Die Forschenden sprechen von einem bisher unterschätzten Klimafaktor und warnen davor, Mikroplastik nur als Gesundheits- oder Umweltproblem zu betrachten. Laut der Studie erreicht die Erwärmung durch Mikroplastik global etwa 16 Prozent der Wirkung von Rußpartikeln. Damit liegt ihre Wirkung in einer ähnlichen Größenordnung wie die durch Kondensstreifen des Flugverkehrs, so Leipziger Meteorologe Johannes Quaas.

Zum Weiterlesen: MDR, Spiegel

2) EZB warnt vor fossiler Abhängigkeit Europas

EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat den Ausbau erneuerbarer Energien als wirtschaftliche und geopolitische Notwendigkeit bezeichnet. Der Angriff auf den Iran zeige erneut, wie abhängig Europa noch immer von fossilen Energien sei. Rund 60 Prozent der Energie würden importiert, vor allem Öl und Gas. Erneuerbare Energien seien der beste Weg, Sicherheit, Bezahlbarkeit und Klimaschutz zusammenzubringen. Länder wie Spanien oder Portugal seien wegen ihres höheren Anteils erneuerbarer Energien weniger stark von den aktuellen Preisschocks betroffen. Auch die wirtschaftlichen Folgen der Klimakrise würden immer deutlicher. Laut EZB erhöhen Hitzewellen und Dürren bereits heute die Lebensmittelpreise und schwächen langfristig die Wirtschaftsleistung. Analysen der EZB ergaben, dass nach Dürren oder Überschwemmungen die regionale Wirtschaftsleistung im Schnitt noch vier Jahre später um etwa 3 Prozent niedriger bliebe. Lagarde sprach von einem „beunruhigenden Paradoxon”: Die Klimadaten würden immer dringlicheres Handeln verlangen, gleichzeitig verliere die grüne Transformation an Tempo.

Zum Weiterlesen: Handelsblatt, Tagesspiegel

3) Neues Heizungsgesetz: Mieter*innen droht weiter die Kostenfalle

Die geplante Kostenbremse im reformierten Gebäudeenergiegesetz (GEG) ist zunehmend in der Kritik. Demnach sollen Vermieter*innen künftig die Hälfte der Netzentgelte, des CO2-Preises sowie der Kosten für biogene Brennstoffe tragen, wie wir bereits letzte Woche berichteten. Dies gilt allerdings nur bis zu einer Beimischung des biogenen Brennstoffs von 30 Prozent. Die Konkretisierung der Bio-Treppe sieht nun eine Beimischung von 15 Prozent ab 2030, 30 Prozent ab 2035 und 60 Prozent ab 2040 vor. Daraus ergeben sich gleich mehrere Probleme:

  • Die Kostenfalle für Mieter*innen mit Öl- und Gasheizungen könnte bestehen bleiben. Denn ab einer Beimischung von über 30 Prozent, also spätestens ab 2040, greift die hälftige Kostenaufteilung nicht mehr vollständig. Schon heute kostet ein Tarif mit nur zehn Prozent Biogasanteil laut Verivox rund 210 Euro mehr pro Jahr für eine Familie mit 20.000 Kilowattstunden Verbrauch. Bei 60 Prozent Biogasanteil wären es rechnerisch bereits 1.260 Euro Mehrkosten jährlich.
  • Die Klimaziele geraten unter Druck: Um das Klimaschutzgesetz einzuhalten, müsste die Quote bis 2045 eigentlich auf 100 Prozent steigen. Die Bio-Treppe endet jedoch bereits 2040 bei 60 Prozent. „Der Referentenentwurf begräbt die Klimaziele im Gebäudesektor”, kritisiert Greenpeace-Energieexpertin Mira Jäger.
  • Die Nachhaltigkeit der Biobrennstoffe ist fraglich: Umweltverbände warnen vor Monokulturen aus Mais und Raps, höherem Pestizideinsatz und Flächenkonkurrenz zur Lebensmittelproduktion.

Zum Weiterlesen: Tagesspiegel, Tagesspiegel, Spiegel, taz, taz, taz

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