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1) Klimakrise treibt täglich 70.000 Menschen in die Flucht

Laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR sind in den vergangenen zehn Jahren rund 250 Millionen Menschen durch Extremwetter aus ihrer Heimat vertrieben worden, das sind rechnerisch rund 70.000 pro Tag. Betroffen sind vor allem Staaten, die ohnehin von Konflikten erschüttert sind. Die Kombination aus Überschwemmungen im Südsudan oder in Brasilien, Rekordhitze in Kenia und Pakistan sowie Wasserknappheit im Tschad und in Äthiopien verstärkt bestehende Spannungen und erschwert die Erholung nach Krisen. Gleichzeitig erreichen nur ein Viertel der internationalen Gelder zur Klimaanpassung die Länder, die am stärksten belastet sind. Auf der Weltklimakonferenz fordert der UNHCR daher mehr Unterstützung und verlässliche Finanzierungszusagen. Die Organisation spricht von einem Teufelskreis aus Konflikten und Klimakrisen.

Zum Weiterlesen: Tagesspiegel, taz

2) Klimaschutz als Friedenspolitik und eine enorme militärische Klimabilanz

Konfliktforscherin Nicole Deitelhoff berichtet im Tagesspiegel darüber, inwiefern effektive Klimapolitik Kriegen vorbeugen kann. Wo Wasser knapper wird und Ernten ausfallen, steigen Spannungen und das Risiko neuer Konflikte. Gleichzeitig zeigt ein Blick auf das Militär, wie stark Kriege die Erderwärmung anheizen. Schätzungen zufolge verursacht der globale Militärsektor rund 5,5 Prozent der weltweiten Treibhausgase. Damit wäre er im Vergleich der größten Emittenten auf Platz vier, wenn er als eigener Staat zählen würde. Trotz dieser Dimension müssen Armeen ihre Emissionen bisher nicht an die Vereinten Nationen melden, weshalb sie weder systematisch erfasst noch Teil der Reduktionsziele oder der Verhandlungen der Klimakonferenzen sind. Forschende sprechen von einer großen Datenlücke und fordern Transparenz und verbindliche Reduktionsziele. Prognosen des Friedensforschungsinstituts SIPRI zufolge sollen die Militärausgaben von 2,7 Billionen US-Dollar 2024 auf 3,5 bis 5,2 Billionen US-Dollar 2030 steigen.

Zum Weiterlesen: taz, Zeit

3) Klimastreik: Ein Blick auf Deutschland und die COP30

Am Freitag fand ein weltweiter Klimastreik statt. In rund fünfundsiebzig deutschen Städten gingen Menschen auf die Straße und kritisierten die Bundesregierung für ihre mangelnde Entschlossenheit bei internationalen Klimazielen. Carla Reemtsma von Fridays for Future analysiert im Interview die Versäumnisse der Klimabewegung. Sie macht klar,dass die Bewegung ihr Potenzial nur dann ausschöpfen kann, wenn soziale Gerechtigkeit in den Mittelpunkt gestellt wird. Auch in Belém, wo derzeit die Klimakonferenz stattfindet, gingen indigene Gruppen und Aktivist*innen auf die Straße. Teilweise gelangten sie sogar auf das Konferenzgelände, um auf fehlende Landrechte, Angriffe auf Umweltschützer*innen sowie neue Bergbau- und Ölprojekte aufmerksam zu machen. Präsident Lula hatte kürzlich Genehmigungen für Erdölbohrungen an der Amazonasmündung erteilt.

Zum Weiterlesen: Zeit, taz, Spiegel, taz, taz

Die Forderungen der Proteste auf der COP beleuchtet auch unser Filmtipp der Woche (ARD). Der Spielfilm Verschollen sowie die begleitende Dokumentation werfen einen kritischen Blick auf internationales Greenwashing durch Klimazertifikate. Besonders brisant ist dies vor dem Hintergrund, dass die EU beschlossen hat, einen Teil ihrer Emissionsminderungen künftig außerhalb Europas zu erzielen.

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