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Hallo zusammen,

trotz der aktuell frostigen Temperaturen geht Klimaforscher Mojib Latif davon aus, dass 2021 wieder zu den Top-10 heißesten Jahren gehören wird. „Kurzfristige Ausreißer” wie dieser Winter seinen normal. Mehr von Mojib Latif könnt ihr im Interview beim Klimareporter lesen.

In den Klimanews der Woche geht es heute um Ereignisse in Peru, Indien und China.

Viele Grüße

Jakob


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Klimanews der Woche

1) Klimaklage: Neuer Erfolg in der Beweisführung

In der Klimaklage eines Peruaners gegen den Energiekonzern RWE gibt es einen neuen Erfolg in der Beweisführung. Der Peruaner Saúl Luciano Lliuya klagt seit 2015 zusammen mit der Organisation Germanwatch, da Teile der Stadt Huaraz durch den steigenden Wasserpegel eines Gletschersees gefährdet sind. Der Stadt droht eine Flutkatastrophe. RWE habe durch seine CO2-Emissionen den Klimawandel und somit die Gletscherschmelze mit verursacht. Jetzt solle sich das Unternehmen auch an den Kosten der Schutzmaßnahmen beteiligen. Den Zusammenhang zwischen RWEs Handeln und den Auswirkungen in Peru sind nicht leicht zu beweisen. Nun gelang es Wissenschaftler*innen erstmals in ihrer Studie die Kausalkette zwischen den CO2-Emissionen von RWE, dem Schmelzen der Gletscher in Peru und der erhöhten Gefahr einer Flutkatastrophe herzustellen. (taz, Süddeutsche)

Die Kausalkette. Mit den neuen Erkenntnissen der Studie sieht die Kausalkette zwischen RWE und dem Flutrisiko folgendermaßen aus:

  • RWEs Anteil an den Treibhausgasemissionen seit der Industrialisierung beträgt 0,47 Prozent.
  • Zu 95 Prozent lässt sich die durchschnittliche Erwärmung in der peruanischen Region im Zeitraum 1989 bis 2018 im Vergleich zu 1880 auf Treibhausgase von Menschen (auch RWE) zurückführen. Es wurde rund ein Grad wärmer.
  • Zu 99 Prozent lässt sich die Schmelze des peruanischen Gletschers seit 1880 nicht ausschließlich durch natürliche Effekte erklären. Ohne Klimawandel wäre sie also fast unmöglich.
  • Das Überflutungsrisiko stieg von „mittel hoch” im 19. Jahrhundert zu „sehr hoch” heute.

2) Sturzflut in Indien

Eine Sturzflut aus Geröll, Eis und Wasser tötete im Himalaja in Nordindien mehr als 30 Menschen, über 170 werden noch vermisst. Mehrere Brücken, Straßen und Wasserkraftwerke wurden zerstört. Als wahrscheinlichste Ursache gilt ein Erdrutsch. Die globale Erwärmung erhöht die Wahrscheinlichkeit für solche Katastrophen. (Spiegel, CarbonBrief)

Ursache der Sturzflut. Kurz nach der Flut gab es verschiedene Theorien über die Ursache der Katastrophe. Eine mögliche Erklärung ist, dass der natürliche Damm eines Gletschersees gebrochen sei. Mittlerweile gilt ein Erdrutsch, der fast zwei Kilometer ins Tal stürzte, als wahrscheinlichste Erklärung. Im Tal habe er die Sturzflut ausgelöst. Die Erklärung basiert auf dem Vergleich zweier Satellitenbilder vor und nach der Katastrophe. Darauf ist die Abbruchstelle des Gesteins erkennbar.

Rolle der Klimakrise. So kurz nach der Sturzflut lässt sich die Rolle der Klimakrise hierbei nicht belegen. Jedoch wurde bereits nachgewiesen, dass die globale Erwärmung Gebirge instabiler werden lässt. Eis übernimmt in den Bergen die Rolle eines „Klebers”, der das Gestein zusammen hält. Taut dieses auf, kommt es vermehrt zu Erdrutschen. Ob das auch bei dieser Katastrophe der Fall war, bleibt zu klären. Aufgrund der Klimakrise ist jedoch in Zukunft häufiger mit solchen Tragödien zu rechnen.

3) Corona-Ausbruch durch Klimawandel begünstigt

Die Herkunft des Virus Sars-CoV-2 ist nicht abschließend geklärt. Als wahrscheinlich gilt, dass das Virus in Südchina von Fledermäusen über einen Zwischenwirt auf den Menschen übertragen wurde. Eine neue Studie ergab, dass hier zusätzlich der Klimawandel eine wichtige Rolle gespielt haben könnte. (Frankfurter-Rundschau, Energiezukunft)

Rolle der Klimakrise. Durch die Erderhitzung suchen sich Fledermäuse neue Orte zum Leben. In Südchina und den angrenzenden Ländern Myanmar und Laos siedelten sich so neue Arten an. In sich tragen die Fledermäuse verschiedenen Coronaviren, sodass laut Studie mit den neuen Fledermäusen rund 100 neue Coronaviren in die Region gekommen sind. Das könnte laut den Studienauto*innen die Übertragung von Sars-CoV-2 stark beeinflusst haben.


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