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1) Hitzewelle in Europa: Mehr als 10.000 zusätzliche Todesfälle

Die Hitzewelle in Westeuropa Ende Juni hat laut dem von ECDC und WHO unterstützten Netzwerk EuroMOMO zu mehr als 10.000 zusätzlichen Todesfällen geführt, davon über 9.000 bei Menschen über 65 Jahren. Besonders betroffen waren Frankreich und Belgien, die als einzige Länder eine „sehr hohe Übersterblichkeit” verzeichneten. Lasse Vestergaard vom dänischen Statens Serum Institut bezeichnete den Anstieg als ungewöhnlich für die Jahreszeit und sah keine plausible Erklärung außer der extremen Hitze. Wissenschaftler*innen hatten die Hitzewelle zuvor als ohne menschengemachten Klimawandel „praktisch unmöglich” eingeordnet. Eine separate Studie des Imperial College London kam zu dem Ergebnis, dass allein in England und Wales 2.700 Menschen an hitzebedingten Ursachen starben – 42 Prozent davon direkt auf die globale Erwärmung zurückzuführen. Die Daten stammen aus den nationalen Sterbestatistiken von 27 europäischen Ländern für die Woche vom 22. bis

  1. Juni.

Zum Weiterlesen: FAZ, Zeit

2) Wirtschaft und Politik fordern Verschiebung der Klimaneutralität auf 2050

Vertreter*innen aus Wirtschaft, Gewerkschaften und Politik fordern, das deutsche Klimaneutralitätsziel von 2045 auf das europäische Zieljahr 2050 zu verschieben. IGBCE-Chef Michael Vassiliadis und RWE-Vorstandsvorsitzender Markus Krebber argumentieren, der deutsche Sonderweg verteuere den Industriestandort, ohne dem Klima zu nützen, da eingesparte Emissionen andernorts in der EU lediglich verlagert würden. Auch IW-Chef Michael Hüther und Gitta Connemann (CDU-Mittelstandsvereinigung MIT) sprachen sich für eine längere Frist aus. Die IGBCE fordert zudem, das jährliche Reduzieren der CO2-Emissionsberechtigungen zeitlich zu strecken. Der Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD hält bislang am Zieldatum 2045 fest. Deutschland hat sich verpflichtet, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 65 Prozent gegenüber 1990 zu senken, bis 2040 um mindestens 88 Prozent. Im vergangenen Jahr lag die Reduktion bei 48 Prozent.

Zum Weiterlesen: Tagesschau, FR

3) Tempolimit könnte jährlich bis zu 90 Menschenleben retten

Ein generelles Tempolimit von 130 km/h auf deutschen Autobahnen könnte laut einer Untersuchung des Unfallforschers Siegfried Brockmann (Björn Steiger Stiftung) die Zahl der Verkehrstoten um 25 bis 30 Prozent senken – rechnerisch 70 bis 90 Menschen pro Jahr. 2025 starben 292 Menschen auf deutschen Autobahnen. Deutschland ist eines der wenigen Länder ohne generelles Tempolimit; Brockmann fordert nun einen einjährigen Testlauf oder Versuchsstrecken, wofür die Zustimmung des Bundesverkehrsministeriums nötig wäre. Auch der ADAC unterstützt weitere Forschung zu Sicherheits- und Klimaeffekten. Laut Umweltbundesamt ließen sich mit einem Tempolimit von 130 km/h auf Autobahnen und 80 km/h außerorts 2,7 Prozent der Emissionen des Straßenverkehrs einsparen. Ein Ausweichen auf Landstraßen oder zusätzliche Staus werden laut der Untersuchung nicht erwartet, dafür könnten unfallbedingte Sperrungen seltener werden.

Zum Weiterlesen: Spiegel, Tagesspiegel

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