26. Mai - 1. Juni 2026
1) Hitze kostet Deutschland hundert Milliarden
Extreme Hitzewellen werden für die deutsche Wirtschaft zunehmend zum Kostenfaktor. Laut einer Analyse des Kreditversicherers Allianz Trade könnten bis 2030 wirtschaftliche Verluste von rund 112,5 Milliarden Euro entstehen – wenn sich die Hitzewellen des vergangenen Jahrzehnts wiederholen. Beim Bruttoinlandsprodukt sind bis 2030 Einbußen von bis zu drei Prozent möglich.
Zwei Effekte treffen Unternehmen gleichzeitig, so die Untersuchung: Pro Grad über 30 Grad sinkt die Produktivität um etwa drei Prozent, während die Energiekosten durch Kühlung um rund 1,2 Prozent steigen. Europa sei historisch auf Kälte ausgelegt und schlecht vorbereitet, so Allianz-Klimaökonom Hazem Krichene – in den USA sind etwa 90 Prozent der Haushalte klimatisiert, in Europa nur 19 Prozent. Die Weltwetterorganisation WMO schätzt die Wahrscheinlichkeit auf 86 Prozent, dass eines der Jahre 2026 bis 2030 das bisherige Rekordjahr 2024 übertrifft.
Zum Weiterlesen: Tagesschau, Spiegel
2) Private Vermieter*innen verweigern energetische Sanierung
Der Gebäudesektor verursacht rund ein Drittel der deutschen CO2-Emissionen – doch eine neue Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt: 59 Prozent der privaten Vermieter*innen planen derzeit keine energetischen Sanierungsmaßnahmen. Das sind elf Prozentpunkte mehr als noch vor einem Jahr. Als häufigste Gründe nennen die Befragten fehlende Dringlichkeit (64 Prozent), mangelnde Mieter*innennachfrage (21 Prozent) und Kosten (17 Prozent). Dabei stammt ein Großteil des Bestands aus den Baujahren 1949 bis 1994 – also genau jenen Gebäuden mit dem größten Sanierungsbedarf. Über 60 Prozent der rund 44 Millionen deutschen Wohnungen werden von privaten Vermieter*innen vermietet. IW-Experte Michael Voigtländer warnt: Ohne klare politische Orientierung und praktikable Förderstrukturen werde die Transformation des Gebäudebestands nicht gelingen.
Zum Weiterlesen: Tagesspiegel, FAZ
3) Asiatische Tigermücke breitet sich in Bayern aus
Eine weitere Klimafolge macht sich in Deutschland bemerkbar: Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) wird in Bayern heimischer. Im vergangenen Jahr wurden Funde aus 13 Landkreisen gemeldet, darunter neue Populationen in Forchheim, Wunsiedel und Nürnberg, zusätzlich zu bereits bekannten Vorkommen in München, Fürth und Würzburg. Die Mückenart kann Dengue- und Chikungunya-Viren übertragen, das Übertragungsrisiko ist derzeit in Bayern aber noch gering, da die Erreger hierzulande nicht verbreitet sind. Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach lässt das Monitoring ausweiten und warnt: Steigende Temperaturen bedeuten neue Gesundheitsrisiken. Bürger*innen können helfen, indem sie stehende Wasseransammlungen im Freien vermeiden – die Tigermücke legt ihre Eier bevorzugt in kleinen Wasserflächen ab.
Zum Weiterlesen: Süddeutsche, Frankfurter Rundschau
Als Quelle für diese Version von Klimahochdrei habe ich folgende Auswahl an Online-Medien verwendet: FrankfurterRundschau, Tagesspiegel, FAZ, Süddeutsche, Tagesschau, und Spiegel.
Dieses Werk von Klimahochdrei ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.
