28. April - 4. Mai 2026
1) Heizungsgesetz: Koalition vereinbart Kostenbremse für Mieter*innen
Die schwarz-rote Koalition hat sich auf eine Kostenbremse beim reformierten Heizungsgesetz geeinigt. Kern der Einigung: Vermieter*innen, die sich beim Einbau einer neuen Heizung für eine fossile Variante entscheiden, müssen sich künftig an den Mehrkosten finanziell beteiligen. Konkret müssen Vermieter*innen dann die Hälfte der Netzentgelte, des CO2-Preises sowie der Kosten für biogene Kraftstoffe bezahlen. Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) begründete die Regelung mit dem Prinzip, dass über das Heizungssystem entscheidet, wer auch die wirtschaftlichen Konsequenzen mitträgt.
Gleichzeitig bricht die Koalition mit einem zentralen Element des bisherigen Gebäudeenergiegesetzes: Die Pflicht, dass neue Heizungen in Neubauten zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen, wird abgeschafft. Stattdessen sollen neue Öl- und Gasheizungen schrittweise einen wachsenden Anteil an Biogas oder synthetischen Kraftstoffen verbrennen. NGOs wie der WWF kritisieren, dass der Abschied von der Erneuerbare-Pflicht die Verbreitung der Wärmepumpe weiter verzögert und die Wärmewende insgesamt ausbremst.
Zum Weiterlesen: taz, Frankfurter Rundschau
2) Bayern kippt Klimaziel 2040
Das bayerische Kabinett hat das eigene Klimaneutralitätsziel von 2040 auf 2045 verschoben und sich damit dem bundesweiten Zeitplan angepasst. Damit ist ein Versprechen Geschichte, das Ministerpräsident Markus Söder (CSU) noch 2021 in einer Regierungserklärung nach der damaligen Hochwasserkatastrophe abgegeben hatte: Bayern solle früher als alle anderen Bundesländer klimaneutral sein, auch wenn es „unsere ganze Kraftanstrengung” verlange.
Von dieser Ambition ist kaum etwas geblieben. Laut dem Jahresgutachten des Prognos-Instituts vom März 2026 kommt der Ausbau von Stromnetzen und erneuerbaren Energien im Freistaat weiterhin viel zu langsam voran. Einziges verbleibendes Ziel ist, die Pro-Kopf-Treibhausgasemissionen dauerhaft unter dem Bundesdurchschnitt zu halten. Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) nannte die neue Zielmarke „sehr nah an der Ehrlichkeit" und bezeichnete die Angleichung an den Bund als richtig.
Zum Weiterlesen: Süddeutsche, Spiegel
3) KI sagt Extremwetter schlechter vorher als klassische Modelle
Künstliche Intelligenz verändert die Wettervorhersage grundlegend: In Tests liefern KI-Modelle im Durchschnitt bereits genauere Prognosen als herkömmliche physikalische Modelle. Doch eine neue Studie, zeigt eine kritische Schwachstelle: Ausgerechnet bei Extremereignissen versagen die KI-Systeme. Hitzewellen, extreme Kälte und heftige Stürme wurden in Tests mit Wetterdaten aus den Jahren 2018 bis 2020 systematisch unterschätzt. Je extremer das Ereignis, desto größer der Fehler im Vergleich zum klassischen Modell des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersagen.
Der Grund liegt im Training: KI-Modelle lernen aus historischen Daten, in denen seltene Extremlagen naturgemäß kaum vorkommen. Klassische physikalische Modelle haben dieses Problem nicht, weil sie atmosphärische Gesetze direkt abbilden statt aus Daten zu interpolieren. Hinzu kommt der Klimawandel: Er verändert die Häufigkeit und Intensität von Extremereignissen so, dass historische Trainingsdaten unvollständig sind. Der Deutsche Wetterdienst arbeitet bereits an einem hybriden System, das beide Ansätze kombiniert. Meteorolog*innen sollen dabei weiterhin eine zentrale Rolle spielen, weil sie je nach Wetterlage einschätzen können, welches Modell im konkreten Fall zuverlässiger ist.
Zum Weiterlesen: Tagesschau, FAZ
Als Quelle für diese Version von Klimahochdrei habe ich folgende Auswahl an Online-Medien verwendet: taz, Frakfurter Rundschau, Tagesschau, Süddeutsche, FAZ, und Spiegel.
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