7. Oktober - 13. Oktober 2025
1) Hamburg stimmt für mehr Klimaschutz
In Hamburg haben die Bürger*innen beim Volksentscheid „Zukunftsentscheid” für ein ambitionierteres Klimaschutzgesetz gestimmt: 53 Prozent votierten für den Vorschlag, das Ziel der Klimaneutralität von 2045 auf 2040 vorzuziehen. Zudem soll ein verbindlicher Reduktionspfad mit jährlichen Zwischenzielen eingeführt werden, deren Nichteinhaltung den Senat zu Sofortmaßnahmen verpflichtet. Auch soziale Verträglichkeit soll verbindlich berücksichtigt werden.
Gegen den Entwurf hatten SPD, CDU sowie Wirtschafts- und Wohnungsverbände argumentiert, die vor steigenden Kosten und Mieten warnten. Während die SPD das Ergebnis respektierte, aber vor „erheblichen Anstrengungen” warnte, begrüßten die Grünen das Votum als klares Signal für entschlossenen Klimaschutz.
Die parallele Abstimmung über einen Modellversuch zum bedingungslosen Grundeinkommen scheiterte deutlich: 62,5 Prozent stimmten dagegen. Zwar werteten die Initiator*innen die Zustimmung von gut einem Drittel der Wähler als ermutigend, die SPD sprach jedoch von einem „teuren Experiment ohne klaren Mehrwert”.
2) Gericht stoppt Hafenautobahn: Neue Klimaprüfung für A26-Ost
Das Bundesverwaltungsgericht hat den Bauplan für den Hamburger Abschnitt der A26-Ost gestoppt und eine erneute Klimaverträglichkeitsprüfung angeordnet. Zwar bleibt der Plan grundsätzlich bestehen, doch muss nun untersucht werden, wie verschiedene Trassenvarianten die nationalen Klimaziele beeinflussen.
Die Klage des Naturschutzbunds Hamburg hatte teilweise Erfolg: Die bisherige Planung hätte rund 18,5 Hektar wertvolle, teils moorige Böden zerstört. Das Gericht stellte fest, dass alternative Routen klimafreundlicher und günstiger sein könnten. Umweltverbände begrüßten das Urteil als wichtigen Präzedenzfall: Künftig müssten Verkehrsprojekte Klimaschutz stärker berücksichtigen, betonte der NABU.
Zum Weiterlesen: Spiegel, Welt
3) Wattenmeer zunehmend bedroht
Der Zustand des Wattenmeers hat sich laut der Weltnaturschutzunion (IUCN) verschlechtert. Die Bewertung des UNESCO-Weltnaturerbes wurde von „gut” auf „gut, mit einigen Bedenken” herabgestuft. Hauptursachen sind der Klimawandel, chemische Verschmutzung durch Industrie und Landwirtschaft sowie der wachsende Besucherdruck. Auch Windkraftausbau, invasive Arten und nicht nachhaltige Fischerei setzen dem Gebiet zu.
Das Wattenmeer, das sich über Deutschland, Dänemark und die Niederlande erstreckt, steht seit 2009 auf der Weltnaturerbeliste. Insgesamt sieht die IUCN inzwischen 43 Prozent aller 271 Weltnaturerbestätten weltweit durch den Klimawandel bedroht – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem letzten Bericht vor fünf Jahren. Die Organisation fordert deshalb verstärkte Schutzmaßnahmen.
Zum Weiterlesen: Zeit, FrankfurterRundschau
Als Quelle für diese Version von Klimahochdrei habe ich folgende Auswahl an Online-Medien verwendet: taz, Zeit, FrankfurterRundschau, Welt, und Spiegel.
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