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Jakob


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Klimanews der Woche

1) Grüne stellten Klima-Sofortprogramm vor

Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock und Co-Bundesvorsitzender der Grünen Robert Habeck präsentierten ihr Klimaschutz-Sofortprogramm. Nach der Bundestagswahl Ende September möchten sie es umsetzen. Zentral ist der Vorschlag für die Einrichtung eines Klimaschutzministeriums. Weitere Maßnahmen ähneln sehr dem grünen Wahlprogramm. (Spiegel, Tagesspiegel)

Klimaschutzministerium. Das neue Ministerium soll mit einem Vetorecht ausgestattet werden. Damit ist es mögliche klimaschädliche Beschlüsse anderer Ministerien aufzuhalten. Des Weiteren soll es von einer Klima-Task-Force Unterstützung bekommen. Diese werde in den ersten 100 Tagen im Wochenrhythmus tagen, um Abstimmungsprozesse innerhalb der Ministerien zu beschleunigen. Unklar bleibt welche Ressorts das Ministerium bündeln soll.

Reaktionen. FDP-Chef Christian Lindner und auch CSU-Verkehrsminister Andreas Scheuer fassen den Vorschlag für das neue Ministerium als eine „Verhinderungsbehörde” auf. Der Tagesspiegel schreibt: „Das dürfte die Koalitionsarbeit mit egal welcher Partei massiv belasten.” Gleichzeitig lobt die Zeitung die Konsequenz des Vorschlags. Mit einem Klimaschutzministerium würde jedes Gesetz auf seinen Klimaeinfluss und die Kompatibilität mit dem Pariser 1,5-Grad-Limit geprüft werden.

2) Permafrostboden: Methan könnte aus Höhlen entweichen

In Russland fanden Wissenschaftler*innen in der Luft in einigen Regionen eine erhöhte Konzentration des Treibhausgases Methan. Diese sei bis zu fünf Prozent höher als in vergleichbaren Gebieten, erklären sie in ihrer Studie. Methan ist besonders klimaschädlich: etwa 25-mal schlimmer als CO2. Als wahrscheinliche Ursache für die hohen Methan-Emissionen gilt das Auftauen des Permafrostbodens durch die andauernde Erwärmung. Bekannt ist, dass möglicherweise dadurch Methan freigesetzt wird. Bis jetzt wurde noch nicht wissenschaftlich erwiesen, dass dies bereits heute der Fall ist. (Süddeutsche, taz)

Wie Methan frei wird. Durch das Auftauen beginnt das organische Material der oberen Bodenschichten sich zu zersetzten, dabei wird Methan frei. In den untersuchten Regionen war allerdings überdurchschnittlich viel Methan in der Luft. Die Forschenden erklären in ihrer Studie, dass wahrscheinlich durch das Auftauen des Bodens unterirdische Kammern freigelegt würden. Diese seien mit Methan gefüllt, das dann aus den Kammern in die Luft gelangt sei.

Warum das wichtig ist. Der Studienautor Nikolaus Froitzheim von der Uni Bonn warnt: „Die Mengen von Erdgas, die im Untergrund Nordsibiriens vermutet werden, sind gewaltig”. Gelangen diese Gase in die Atmosphäre, würde dies „dramatische Auswirkungen auf das ohnehin schon überhitzte Klima der Erde haben”. Der Prozess der Klimaveränderung würde noch weiter beschleunigt.

Schwachstellen der Studie. Die Wissenschaftler*innen analysierten nur Daten von 2020 und 2021 Von der Studie allein kann man also nicht darauf schließen, dass die Methankonzentration heute höher ist als in der Vergangenheit. Des Weiteren ist die Methode zum Analysieren der Methan-Emissionen möglicherweise relativ fehleranfällig. Sie basiert auf Untersuchungen von Satellitenbildern. Ideal wäre die Messung der Methankonzentration direkt vor Ort.

3) Klimaproteste gegen Flüssiggasterminal

Klimaaktivist*innen des Bündnis „Ende Gelände” haben im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel gegen den Bau eines Flüssiggasterminals protestiert. Die Veranstalter*innen beschränkten die Anzahl der Teilnehmer*innen auf 2000 Menschen. Es kamen allerdings mehr Teilnehmer*innen, weshalb zeitweise die Anreise von den Veranstalter*innen gestoppt wurde. (taz, Spiegel)

Thema und Aktion. Die Aktivist*innen blockierten zeitweise Bahnstrecken zum Industriegelände ChemCoast Park und den Nord-Ostsee-Kanal. Fokus der Demonstrationen war die Produktion und Nutzung von Fracking-Gas und die Forderung nach mehr Klimaschutz. Bei der Produktion des Erdgases wird das extrem klimaschädliche Treibhausgas Methan frei und beschleunigt die globale Erhitzung. Weiterhin lag ein Schwerpunkt auf der Solidarität mit den besonders vom Klimawandel betroffenen Menschen des Globalen Südens.

Zwischenfälle. Größeren Auseinandersetzungen zwischen den Protestierenden und der Polizei habe es nicht gegeben, so die Polizeidirektion Itzehoe. Aktivist*innen berichten von Polizei mit Pfefferspray, um Demonstrierende vom Gelände des Gasterminals fernzuhalten. Des Weiteren warfen Unbekannte, vermutlich Sicherheitspersonal vom Werk des norwegischen Chemieunternehmens Yara, Steine auf die Demonstrationsteilnehmer*innen. Es gab keine Verletzen.


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