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1) EU-Klimaziel für 2040: Mehr Schlupflöcher als Ambitionen

Die EU-Kommission hat ein neues Klimaziel vorgestellt: Bis 2040 sollen die CO2-Emissionen um 90 Prozent im Vergleich zu 1990 sinken. Doch statt klarer Maßnahmen enthält der Vorschlag zahlreiche Schlupflöcher. So dürfen Mitgliedsstaaten bis zu 3 Prozent ihrer Emissionen über internationale Zertifikate ausgleichen – also außerhalb der EU. Kritiker*innen warnen, dass die EU sich damit vom Ziel verabschiede, bis 2050 aus eigener Kraft klimaneutral zu werden.

Zudem gibt es gezielte Ausnahmen: Frankreich darf weiter auf Atomkraft setzen und Deutschland erhält Flexibilität bei der Zielerreichung einzelner Sektoren. Auch der Emissionshandel und der Klimazoll sollen industriefreundlich überarbeitet werden. Die Kommission begründet das mit dem Ziel, Investitionen zu sichern.

Umweltorganisationen wie das Europäische Umweltbüro kritisieren die „Rechentricks” als Verzögerung echten Klimaschutzes. Auch im EU-Parlament regt sich Widerstand – während konservative Stimmen die Flexibilitäten als realistischen Weg verteidigen. Offen ist, ob die EU rechtzeitig vor der UN-Klimakonferenz im Herbst eine gemeinsame Position finden wird.

Zum Weiterlesen: taz, Tagesspiegel, Zeit

2) Waldbrände in Ostdeutschland: Hitze, Dürre, Ausnahmezustand

Ostdeutschland hat eine der schwersten Waldbrandwochen seit Jahrzehnten hinter sich. In Thüringen konnte der größte Waldbrand seit 1993 bei Gösselsdorf (250 Hektar) unter Kontrolle gebracht werden. Regen und kühlere Temperaturen halfen, der Katastrophenfall bleibt aber vorerst bestehen. In Sachsen spitzt sich die Lage weiter zu: Der Brand in der Gohrischheide betrifft inzwischen über 2.000 Hektar – ein Rekord. Evakuierungen laufen, die Lage bleibt kritisch. Die Brände zeigen deutlich: Hitze, Trockenheit und Klimawandel verschärfen das Risiko. Politiker*innen fordern bessere Ausstattung, Vorsorge – und konsequenteren Klimaschutz.

Zum Weiterlesen: Tagesspiegel, Spiegel; Hintergrundartikel: Zeit

3) Tödliche Fluten in Texas: Klimawandel verstärkt Extremwetter – Warnsysteme unzureichend

In Texas führten heftige Sturzfluten zu über 70 Toten, viele davon Kinder in einem Sommercamp am Guadalupe River. Der Regen fiel in kurzer Zeit mit der Intensität von vier Monatsniederschlägen.

Der Klimawandel spielt dabei wahrscheinlich eine zentrale Rolle: Wärmere Meere liefern mehr Energie und Feuchtigkeit, und eine wärmere Atmosphäre kann mehr Wasserdampf speichern, was zu intensiveren Regenfällen führt. Zudem verändert sich der Jetstream, was dazu führt, dass Unwetter länger an einem Ort verharren und so mehr Schaden anrichten.

Hinzu kam, dass Sparmaßnahmen der früheren US-Regierung wichtige Wetterdienste und Warnsysteme schwächten. Lokale Frühwarnsysteme fehlten teilweise ganz – so gab es in Kerr County kein funktionierendes Flutwarnsystem. Diese Kombination aus extremer Wetterlage und mangelhafter Vorbereitung führte zu der Tragödie.

Zum Weiterlesen: Zeit, Tagesschau

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