28. Oktober - 3. November 2025
1) Erneuerbare Energien wachsen schneller als erwartet
Der Anteil erneuerbarer Energien an der weltweiten Energieerzeugung ist laut einer Analyse der Energy and Climate Intelligence Unit seit dem Pariser Klimaabkommen 2015 um 41 Prozent gestiegen, deutlich mehr als die ursprünglich prognostizierten 32 Prozent. Erneuerbare deckten im vergangenen Jahrzehnt rund zwei Drittel des zusätzlichen globalen Energiebedarfs. Laut Studienautor John Lang habe das Pariser Abkommen eine „unumkehrbare Dynamik” für saubere Energiesysteme ausgelöst. Allein 2025 fließen weltweit rund 1,9 Billionen Euro in saubere Energie, 2,6-mal so viel wie in fossile Quellen.
Zum Weiterlesen: Zeit, Deutschlandfunk
2) EU schwächt neuen Emissionshandel ab
Ab 2027 soll ein zweiter europäischer Emissionshandel (ETS 2) für Gebäude und Verkehr starten. Doch die EU-Kommission plant eine Abschwächung des Systems: Ein Preisdeckel von etwa 60 bis 65 Euro pro Tonne CO2 soll verhindern, dass die Kosten zu stark steigen. Fachleute warnen, dass dadurch die Klimawirkung in Deutschland weitgehend verpuffen könnte.
Der nationale CO2-Preis liegt bei 55 Euro pro Tonne. Mit dem neuen EU-System würde Benzin nur etwa zwei Cent teurer. Während der Einstieg in Deutschland mild ausfällt, warnen osteuropäische Länder vor sozialen Problemen und fordern eine Verschiebung auf 2030.
Expert*innen kritisieren, ein zu niedriger Preis sende falsche Signale und halte fossile Heizungen wirtschaftlich attraktiv. Agora Energiewende erwartet, dass der Preis in Deutschland sogar leicht sinken könnte und schlägt daher einen nationalen Mindestpreis vor.
Zum Weiterlesen: Spiegel, Klimareporter, Zeit, taz
3) Klimakrise bedroht Wirtschaft, Gesundheit und Umwelt
Zeitgleich legten vergangene Woche zwei neue Berichte dar, wie weitreichend die Folgen der Klimakrise bereits jetzt sind. Der State of the Climate 2025 Bericht zeigt, dass 22 von 34 Vitalzeichen unseres Planeten, darunter CO2-Ausstoß und Waldverluste, auf Rekordniveau liegen. Die Forschenden schlagen Lösungen wie Waldschutz, erneuerbare Energien, eine Reduktion der Lebensmittelverschwendung und pflanzenreiche Ernährung vor.
Zeitgleich zeigte ein Bericht im Fachjournal The Lancet, wie Hitze, Luftverschmutzung und extreme Wetterereignisse die Gesundheit belasten. Zwölf der 20 gemessenen Gesundheitsgefahren sind den Forschenden zufolge auf Rekordniveau. Jährlich sterben rund 2,5 Millionen Menschen an Luftverschmutzung, während erneuerbare Energie seit 2010 etwa 160.000 vorzeitige Todesfälle verhinderte. Auch wirtschaftlich zeigen sich Auswirkungen des Klimawandels. 2024 gingen weltweit 639 Milliarden Arbeitsstunden durch Hitze verloren, fast doppelt so viele wie in den 1990ern. Die Forschenden fordern mehr Anpassungsmaßnahmen, einen schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien und den Stopp fossiler Subventionen, die 2023 noch bei fast einer Billion US-Dollar lagen.
Zum Weiterlesen: Spiegel, taz, DW
Als Quelle für diese Version von Klimahochdrei habe ich folgende Auswahl an Online-Medien verwendet: Deutschlandfunk, Klimareporter, Spiegel, taz, DW, und Zeit.
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