30. September - 6. Oktober 2025
1) Ernährungssysteme: Schlecht für Klima, Wasser, Gesundheit und Biodiversität
Ein zentrales Problem wird nach Ansicht von Expert*innen in der Klimakrise bisher nicht ausreichend angegangen: die Ernährung. Laut dem neuen EAT-Lancet-Report müssen die Ernährungssysteme der Welt dringend umgebaut werden. Die Ernährungssysteme seien ineffizient, ungerecht und nicht nachhaltig.
Rund 30 Prozent der globalen Treibhausgase stammen aus der Lebensmittelproduktion. Derzeit verbrauchen Ernährungssysteme zu viel Frischwasser und Land. Die konventionelle Landwirtschaft verbrauche zu viel Phosphor und Stickstoffdünger und bringe so die Ökosysteme aus dem Gleichgewicht. Gleichzeitig verschwenden Länder wie Deutschland große Mengen Nahrung. 60 Prozent der Lebensmittelabfälle entstehen dabei in privaten Haushalten.
Die Expert*innen fordern eine Umstellung auf mehr pflanzenbasierte und wenig verarbeitete Lebensmittel. So ließen sich ernährungsbedingte Emissionen mehr als halbieren und jährlich bis zu 15 Millionen vorzeitige Todesfälle verhindern. Die Fleischproduktion, vor allem von Wiederkäuern, müsse sinken, während Obst, Gemüse und Nüsse deutlich häufiger produziert werden sollten.
Zum Weiterlesen: taz, Zeit, ARD Audiothek
2) Europas Umwelt in der Krise: Natur, Wasser und Böden in schlechtem Zustand
Mehr als 80 Prozent der geschützten Lebensräume in der Europäischen Union sind in schlechtem Zustand, das zeigt ein aktueller Bericht der Europäischen Umweltagentur (EEA). Der Bericht ist eine europaweite Analyse zur aktuellen Lage von Umwelt, Klima und Nachhaltigkeit. Er basiert auf Daten aus 38 Staaten in- und außerhalb der EU und wird nur alle fünf Jahre veröffentlicht.
Die Ergebnisse sind alarmierend. In Deutschland erfüllen fast ein Drittel der Grundwasserleiter die gesetzlichen Standards nicht, vor allem aufgrund von Nitrat- und Phosphorbelastung, was wiederum hauptsächlich auf die Landwirtschaft zurückzuführen ist. Rund 60 bis 70 Prozent der Böden sind degradiert, 62 Prozent der Gewässer in keinem guten ökologischen Zustand und Europa heizt sich doppelt so schnell auf wie der weltweite Durchschnitt.
Die EEA warnt, dass diese Entwicklungen große Gefahren für Wohlstand, Sicherheit und Lebensstandard in Europa mit sich bringen. Sie fordert, die Umsetzung der Umwelt- und Klimaziele des Europäischen Green Deals dringend zu beschleunigen. Der Schutz der Natur sei keine Kostenfrage, sondern eine Investition in Widerstandsfähigkeit und Zukunft. Es gibt aber auch Fortschritte, etwa einen Rückgang der Feinstaubtoten um 45 Prozent seit 2005.
Zum Weiterlesen: Spiegel, Zeit
3) Papst ruft zur Bewahrung der Schöpfung auf und wie konservativer Klimaschutz gelingen kann
Papst Leo rief Gläubige weltweit dazu auf, aktiv im Kampf gegen die Klimakrise zu werden. Währenddessen diskutiert die Christlich Demokratische Union (CDU) über die Richtung ihrer Klimapolitik. Eine Analyse der Humboldt-Universität von Anfang 2025 zeigt, wie Klimaschutz auch für Konservative funktionieren kann. Im Mittelpunkt stehen wirtschaftliche Themen und Sicherheit. Mehr Jobs durch Zukunftstechnologien, weniger Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten und sinkende Energiepreise durch günstigen grünen Strom seien laut Politikwissenschaftler Markus Kollberg Schlüsselargumente, um Konservative zu gewinnen. Wenn Politiker stärker von Bewahrung und Sicherheit statt von Wandel sprechen, könne das Vertrauen in die Energiewende wachsen.
Zum Weiterlesen: ZDF, Spiegel, Spiegel
Als Quelle für diese Version von Klimahochdrei habe ich folgende Auswahl an Online-Medien verwendet: taz, Zeit, ARD, ZDF, und Spiegel.
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