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1) Energiesicherheit vor Klimaschutz: Neue Pläne für die Lausitz

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) besuchte das Braunkohlekraftwerk Schwarze Pumpe in Spremberg und kündigte an, den Kurs ihres Vorgängers Robert Habeck (Grüne) zu verändern. Sie will mehr Erdgaskraftwerke bauen lassen (bis zu 20 Gigawatt statt 12,5) und die Umstellung auf Wasserstoff langsamer angehen: „nicht heute oder morgen”, eher “übermorgen”. Ziel sei es, Energiesicherheit und Preisstabilität stärker zu priorisieren als Klimaschutz. Für die Lausitz stellt Reiche in Aussicht, dass dort nach dem Kohleausstieg weiter Strom produziert wird, möglicherweise auch mit Gas. Gewerkschaften fordern einen „Transformationsbonus” für die Region, um nicht gegenüber dem Süden Deutschlands benachteiligt zu werden.

Zum Weiterlesen: Hamburger Abendblatt, taz

2) Frühere und heftigere Feuer – Klimawandel treibt Kaliforniens Waldbrandrisiko

In Kalifornien wütet derzeit das „Gifford Fire” im Los Padres National Forest nördlich von Santa Barbara. Innerhalb weniger Tage erfasste es mehr als 290 Quadratkilometer, rund 970 Menschen mussten evakuiert werden, knapp 900 Gebäude sind bedroht. Die Ursache ist noch unklar. Bereits bis Mitte Juli brannte im Bundesstaat mehr als doppelt so viel Fläche ab wie im Vorjahr – ein Zeichen für eine außergewöhnlich schwere Waldbrandsaison.

Laut einer Studie beginnt die Feuersaison inzwischen in manchen Regionen über sechs Wochen früher als in den frühen 1990er Jahren. Hauptgrund ist der Klimawandel, der durch Hitze, Trockenheit und geringe Luftfeuchtigkeit eine nahezu ganzjährige Brandgefahr schafft. Schon im Januar hatten Brände im Raum Los Angeles direkt 31 Menschen getötet; eine Analyse führt weitere rund 440 Todesfälle auf indirekte Folgen wie Luftverschmutzung zurück.

Auch in Europa gibt es derzeit einige Waldbrände: Frankreich erlebt das größte Feuer seit 1949, in Spanien werden Campingplätze evakuiert und auch in Portugal brennt es. Letze Woche berichteten wir an dieser Stelle bereits über die Brände in der Türkei und dem Iran.

Zum Weiterlesen: taz, Tagesspiegel

3) Regierung ebnet Weg für CO2-Speicherung

Die Bundesregierung will CCS, die unterirdische Speicherung von CO2, in Deutschland erstmals erlauben. Der Kabinettsentwurf von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) schafft bundeseinheitliche Regeln für ein CO2-Pipeline-Netz und gestattet Offshore-Speicherung, ausgenommen in Meeresschutzgebieten. An Land bleibt CCS nur möglich, wenn Länder zustimmen; für Kohlekraftwerke bleibt es verboten. Die Pläne bauen auf einem früheren Entwurf des ehemaligen Ministers Robert Habeck (Grüne) auf, der jedoch aufgrund des Regierungswechsels nicht umgesetzt wurde.

CCS gilt als Option für schwer zu dekarbonisierende Branchen wie Zement-, Stahl- und Chemieindustrie. Kritiker*innen verweisen auf hohe Kosten, großen Energiebedarf, mögliche Leckagerisiken und die Gefahr, fossile Energien länger zu nutzen. Zudem seien Speicher- und Abscheidetechnik noch unzureichend erforscht.

Zum Weiterlesen: Zeit, Tagesspiegel

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