13. Oktober - 19. Oktober 2026
1) Klimaanpassung: Die Ärmsten bekommen am wenigsten Geld
Länder, die besonders stark unter der Klimakrise leiden, erhalten häufig die geringste Unterstützung. Das zeigt der neue Klimaanpassungsindex von Brot für die Welt. Dafür wurden mithilfe von OECD-Daten die Anpassungshilfen von Geberländern zwischen 2017 und 2023 mit Klimarisiken, Bevölkerungsgröße, Armut und staatlicher Krisenfähigkeit von 129 Ländern verglichen. Ergebnis: 92 Länder sind stark oder extrem unterfinanziert.
Besonders problematisch ist, dass Zuschüsse mittlerweile weniger als die Hälfte der Gelder ausmachen und Kredite zunehmen. So verdienen wohlhabende Geberländer an der von ihnen verursachten Klimakrise durch Zinsen zusätzlich, während gefährdete Staaten neben den Klimafolgen auch neue Schulden tragen müssen.
Zum Weiterlesen: Frankfurter Rundschau, Brot für die Welt, Klimareporter
2) Artensterben und Klimakrise: Intakte Ökosysteme schützen unser Klima
Aktuell beraten Staaten bei der UN-Biodiversitätskonferenz COP17 im armenischen Eriwan, wie die globalen Naturschutzziele bis 2030 noch erreicht werden können. Dabei geht es unter anderem um Schutzgebiete, die Wiederherstellung zerstörter Ökosysteme und den Abbau umweltschädlicher Subventionen.
Wie dringend das ist, zeigt der WWF Living Planet Report: Zwischen 1970 und 2022 schrumpften Wirbeltierpopulationen weltweit im Durchschnitt um 73 Prozent. Zugleich verschärft die Klimakrise das Artensterben, während zerstörte Ökosysteme uns Menschen schlechter vor Dürren, Überschwemmungen und Hitze schützen. Eine aktuelle Auswertung von mehr als 400 Studien in „Nature Ecology & Evolution“ bestätigt, dass der Verlust der Artenvielfalt wichtige Ökosystemleistungen gefährdet. Auch in Deutschland sind laut einem Diskussionspapier der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina nur sechs Prozent der untersuchten Lebensräume in gutem Zustand. Klima- und Naturschutz müssen deshalb gemeinsam gedacht werden.
Zum Weiterlesen: Spiegel, Tagesspiegel, Frankfurter Rundschau, Tagesspiegel
3) Weniger Geld für Klimaschutz und Entwicklung, mehr für Aufrüstung
Die Europäische Investitionsbank, einst als Klimabank positioniert, finanziert inzwischen auch sicherheitsbezogene Projekte wie Drohnen und Militärhubschrauber. Gleichzeitig sinken die Mittel für internationale Unterstützung: Die weltweiten Entwicklungsgelder gingen 2025 um 23 Prozent zurück, so stark wie nie zuvor. Großbritannien kürzte seine internationale Klimafinanzierung zugunsten höherer Sicherheitsausgaben. Deutschland verfehlte sein Versprechen von sechs Milliarden Euro Klimafinanzierung um 1,3 Milliarden Euro.
Diese Verteilungskämpfe haben globale Folgen. Die Klimakrise verschärft Dürren, Überschwemmungen und Ernährungsunsicherheit. Erstmals seit Jahren steigt der Hunger wieder deutlich: 2025 waren rund 645 Millionen Menschen unterernährt, wie der aktuelle Welthungerindex zeigt. Auch die EU kürzte seit 2024 die humanitäre Hilfe, unter anderem zur Finanzierung gestiegener Militärausgaben. Entwicklungszusammenarbeit kann dagegen Krisen vorbeugen und die Widerstandsfähigkeit stärken. Wie der Klimaexperte Bogdan-Alexandru Chelariu betont: Kein Verteidigungsbudget kann die Sicherheitsprobleme einer um 2,5 Grad erwärmten Welt ausgleichen.
Zum Weiterlesen: taz, DGAP, Frankfurter Rundschau, taz, Frankfurter Rundschau, Hunger-Report 2026
Als Quelle für diese Version von Klimahochdrei habe ich folgende Auswahl an Online-Medien verwendet: Brot für die Welt, Klimareporter, Spiegel, Tagesspiegel, taz, DGAP, Hunger-Report 2026, und Frankfurter Rundschau.
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