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Jakob

Klima-Politik

Deutschland verpasst die nächsten Klimaziele

Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) geht davon aus, dass Deutschland seine Klimaziele im Jahr 2022 und möglicherweise auch im Jahr 2023 verpasst. Er verweist auf den „drastischen Rückstand”, den die ehemalige Regierung von Angela Merkel (CDU) hinterlassen hat. Zum Erreichen der Klimaziele sei ein struktureller Wandel nötig. Als Beispiel nennt Habeck den Kohleausstieg und das damit verbundene Wegfallen von Arbeitsplätzen im Kohlebergbau. Dies könne zu Frustration und Enttäuschung in der Bevölkerung führen. Der Minister betont jedoch, dass die Gesellschaft von einem gut umgesetzten Strukturwandel profitieren werde. (Spiegel, Süddeutsche)

Weiteres

  • Der Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP …

    • … ist nicht mit dem Pariser 1,5-Grad-Limit vereinbar. (Studie, Klimareporter)
    • … ist zu unkonkret formuliert und könnte so einkommensarme Bürger*innen benachteiligen, kritisiert die Caritas. (taz)
    • … belastet private Haushalte zu stark bei der geplanten schnelleren Energiewende, kritisiert der Chef der Verbraucherzentrale. (Spiegel)
  • EU-Emissionshandel und nationale CO2-Abgabe brachten der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2021 rund 12,5 Milliarden Euro. (taz)

  • Finanzminister Christian Lindner (FDP) kündete an, nicht benötigte Corona-Hilfsgelder für künftige Klimaschutzinvestitionen beiseitezulegen. (Süddeutsche)

  • Die EU-Kommission schlug eine Richtlinienreform für die Energieeffizienz von Gebäuden vor. Häuser sollen in unterschiedliche Effizienzklassen eingeordnet werden. (Zeit)

  • Die EU-Kommission legte einen Aktionsplan für den grenzüberschreitenden Fernverkehr auf der Schiene vor. Dieser soll schneller, kostengünstiger und einfacher werden. (Klimareporter)

  • In den USA blockierte der demokratische Senator Joe Manchin das zentrale Sozial- und Klimaschutzpaket von Präsident Biden. (Spiegel)

  • Österreichs Umweltministerin Leonore Gewessler ließ das klimaschädliche Straßenbau-Großprojekt Lobautunnel bei Wien streichen. (Klimareporter)

  • Russland stimmte im Weltsicherheitsrat dagegen, den Klimawandel als Bedrohung für internationalen Frieden und Sicherheit einzustufen. (taz)

Klima-Wissen

Hitzewellen können große finanzielle Schäden verursachen

Hitzewellen werden durch die Klimakrise häufiger und heißer. Neben großer Belastung für Natur, Tiere, Pflanzen und Menschen, kosten sie viel Geld. Am Beispiel der Stadt Phoenix im US-Bundesstaat Arizona berechnete die Naturschutzorganisation „The Nature Conservancy” in ihrer Studie die Kosten von extremer Hitze. Die höchsten Kosten entstünden:

  • im Gesundheitssektor durch hitzebedingte Krankheiten,
  • in der Wirtschaft durch Verlust von Arbeitsproduktivität und
  • im Energiesektor durch den Anstieg des Energiebedarfs, etwa für zusätzliche Kühlungen.

Die Naturschutzorganisation berechnete die Schäden für verschiedene Emissionsszenarien. Bei einer mäßigen Reduktion von Treibhausgasemissionen seien jährliche Kosten von 1,9 Milliarden US-Dollar für die Metropolregion Phoenix zu erwarten. Bei gleichbleibend hohem Treibhausgasausstoß müsse mit 2,3 Milliarden US-Dollar Schaden pro Jahr gerechnet werden. (Spiegel)

Weiteres

  • Im Jahr 2021 wurde so viel Kohlestrom erzeugt, wie noch nie zuvor. (IEA-Bericht, taz)
  • Wissenschaftler*innen entwickelten ein Verfahren zur klimafreundlichen Stahlherstellung ohne Kohle. Das Verfahren setzt auf Strom, aber ohne den ineffizienten Umweg über Wasserstoff zu gehen. (Projekt, Klimareporter)
  • Durch die globale Erhitzung verharren Wetterlagen über Europa und Russland länger als früher. Dies führt zu einer Zunahme von Wetterextremen. (Studie, ZDF)
  • Städte können Einfluss auf lokale Wetterereignisse haben. Niederschlag kann etwa durch städtische Bebauung zunehmen. (Studie, Spiegel)
  • Schnee an Weihnachten kommt nur noch einmal in zehn Jahren vor. Die Wahrscheinlichkeit auf weiße Weihnachten sinkt, je stärker sich das Klima aufheizt. (Spiegel)
  • Rund fünf Prozent der Treibhausgasemissionen weltweit werden Kunststoffen zugeschrieben. Das ist mehr als bisher bekannt. (Studie, Klimareporter)
  • Die weltweiten Waldbrände setzten im Jahr 2021 deutlich mehr CO2 frei als in den vorangegangenen Jahren. (Analyse, Spiegel)
  • Korallenriffe vor der Ostküste Afrikas könnten in den kommenden 50 Jahren vollständig zerstört sein. (Studie, Spiegel)

Klima-Folgen

Weltweiter finanzielle Schaden durch Wetterextreme steigt

Der weltweite finanzielle Schaden der zehn teuersten Umweltkatastrophen im Jahr 2021 ist verglichen mit den Katastrophen im Vorjahr um rund 22,6 Milliarden Euro gestiegen. Das ergibt ein Report der Hilfs- und Entwicklungsorganisation Christian Aid. Dieser Anstieg um rund 13 Prozent zeige die Folgen der Klimakrise, so die Organisation. Umweltkatastrophen als Folge von Wetterextremen werden durch die Klimakrise häufiger. (taz, Spiegel)

Weiteres

  • Während den Bränden im brasilianischen Pantanal 2020 starben mindestens 17 Millionen Wirbeltiere. Die tatsächliche Zahl der gestorbenen Tiere ist vermutlich noch höher. (Studie, Spiegel)
  • Für die Brände in Australien in den Jahren 2019 und 2020 war der Klimawandel der „bei weitem wichtigste Faktor”. (Studie, taz)
  • Das Eis des antarktischen Gletschers „Thwaites” weist Risse auf. Diese könnten den Gletscher destabilisieren und damit den Anstieg des Meeresspiegels beschleunigen. (Süddeutsche)
  • In den USA verursachten mehrere Tornados große Schäden. Laut Andy Beshear, Gouverneur von Kentucky, waren es die schwersten Tornados in der Geschichte des Bundesstaats. (taz)
  • Im US-Bundesstaat Colorado kam es Ende Dezember zu großen Waldbränden. (Zeit)
  • In Alaska wurde ein Wärmerekord von 19,4 Grad Celsius im Winter gemessen. (Spiegel)
  • In Kenia herrscht seit Monaten eine verheerende Dürre. Im Oktober hat es in einigen Teilen des Landes so wenig geregnet wie seit 1981 nicht mehr. (Spiegel)
  • Im Südsudan kam es zu den schlimmsten Fluten seit Jahrzehnten. Die Überschwemmungen vernichteten Häuser und Ernten und damit Lebensgrundlagen. (Zeit)
  • Im brasilianischen Bundesstaat Bahia kam es zu einer großen Flutkatastrophe. Es handelt sich um die schwersten Überschwemmungen seit mehr als 30 Jahren. (taz)

Klima-Aktivismus

Gericht stoppt Erkundung nach Öl und Gas

Das Hohe Gericht in der südafrikanischen Stadt Grahamstown stoppte vorerst das Vorhaben des Energiekonzerns Shell, vor der Küste Südafrikas nach Öl- und Gasvorkommen zu suchen. Wochenlang protestierten Umweltschützer*innen gegen die sogenannten „seismische Erkundungen” der Wild Coast. Mit dem Verfahren sollen rund 6.000 Quadratkilometer der Küsten nach Rohstoffvorkommen abgesucht werden. Die Umweltschützer*innen befürchten, dass das Verhalten und die Fortpflanzung von Walen und anderen Lebewesen im Meer durch die Untersuchung beeinflusst werden könnte. Die Umweltschutzorganisation Natural Justice, nannte den Gerichtsbeschluss einen „riesigen Sieg”, betonte zugleich, der Kampf werde jedoch weitergehen. (taz)

Weiteres

  • Zum Jahrestag des Pariser-Abkommens rief ein Bündnis aus Klimaaktivist*innen die neuen Ampelregierungen zu mehr Anstrengungen auf. (Klimareporter)
  • Aktivist*innen beantragten, dass das vom Kohlebergbau bedrohte Dorf Lützerath Unesco-Weltkulturerbe werde. Das Dorf soll vor der Enteignung bewahrt werden. (taz)
  • In mehreren deutschen Großstädten haben Aktivist*innen die Luft aus den Reifen von Stadtgeländewagen (SUVs) gelassen. Sie kritisierten die „überproportional hohe Umweltzerstörung und Klimaerhitzung durch Reiche”. (taz)
  • Nach Recherchen von Umweltverbänden pumpt der Braunkohlekonzern LEAG für den Betrieb seines Tagebaus Jänschwalde seit Jahren ungenehmigt große Mengen an Grundwasser ab. Die Verbände gehen dagegen gerichtlich vor. (Klimareporter)
  • In der argentinischen Provinz Chubut wurde die Zulassung eines Tagebaus nach tagelangen Protesten ausgesetzt. Kritiker*innen befürchten die Verschmutzung des regionalen Trinkwassers. (taz)
  • Greenpeace fordert, dass die Mehrwertsteuer für Fleisch und Milchprodukte an den regulären Satz von 19 Prozent angepasst wird. (taz)

Klima & Wirtschaft

Mehr Klimaschutz bei der Postzustellung ist möglich

Die Deutsche Post erklärte, dass eine Postzustellung ohne Inlandsflüge möglich sei. Es könnten sechs nächtliche Inlandsflüge durch Lkw-Transporte ersetzt und so der CO2-Ausstoß reduziert werden. Dafür sei es jedoch nötig, gesetzliche Vorgaben zur schnellen Beförderung von Briefen zu ändern. Die Post muss aktuell 80 Prozent der Briefe am nächsten Werktag zustellen. Würde dieser Prozentwert abgesenkt, stünde die Post unter weniger Zeitdruck und könnte die Zustellung auf die Straße verlagern. (taz)

Weiteres

  • Der Ölkonzern Shell zieht sich aus der Erschließung des neuen Ölfelds „Cambo” vor der schottischen Küste zurück. (taz)
  • Besitzer*innen von E-Autos können die Menge an CO2, die ihr Auto gegenüber einem Verbrenner-Pkw einspart, als CO2-Zertifikate verkaufen. (Klimareporter)
  • Der Windradausbau nimmt langsam Fahrt auf. Im Jahr 2021 wurden Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 2.000 bis 2.400 Megawatt gebaut. Für die deutschen Klimaziele reicht das noch nicht. (Klimareporter)
  • Das Label „klimaneutral” wird häufig irreführend auf Produkten verwendet, kritisiert die Wettbewerbszentrale (Zentrale zur Förderung fairen Wettbewerbs, Frankfurt). (Spiegel)
  • Das Jahr 2021 war für Versicherungen eines der teuersten Jahre überhaupt. Ursache sind verheerende Stürme in den USA und die Überschwemmungen in Europa. (Spiegel)

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