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Jakob


Klima-Politik

Hamburg berücksichtigt Folgekosten durch Klimaschäden

Die Stadt Hamburg berücksichtigt in einem Pilotprojekt erstmals die durch Klimaschäden verursachten Folgekosten ihrer Investitionen. Bei einem Bauprojekt und bei einem Beschaffungsvorhaben aus dem Liefer- und Dienstleistungsbereich, soll der sogenannte CO2-Schattenpreis von rund 201 Euro pro Tonne CO2 bestimmt und in die Projektkosten mit einkalkuliert werden. Die Erfahrungen aus der Pilotphase werden dann bis Ende 2023 ausgewertet. (taz, Hamburger Morgenpost)

Beispiel. Baut die Stadt ein Haus, verursacht dies Treibhausgasemissionen, die die Häufigkeit von Wetterextremen wie Starkregen und Dürren steigern. Die Schadenkosten durch solche Wetterextreme werden jedoch nicht im Marktpreis des Hauses berücksichtigt. Das Hamburger Pilotprojekt möchte die tatsächlichen Folgekosten einpreisen.

Weiteres

  • Anfang November fand die UN-Klimakonferenz statt. Eine Ergebnisübersicht gibt die Tagesschau.

  • Die neusten Klimaversprechen der Weltnationen reichen weiterhin nicht, um die Erhitzung auf 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Die Zwei-Grad-Grenze kommt jedoch langsam in den Bereich des Möglichen. (Zeit)

  • Die Ampelkoalition stellte ihren Koalitionsvertrag vor. Die Beschlüsse zum Klimaschutz ähneln denen im Sondierungspapier sehr. Neu ist ein Klimacheck für Gesetze. (Klimareporter)

  • Das EU-Parlament stimmte für die Reform der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP). Die Änderungen sollen die Agrarpolitik umweltfreundlicher werden lassen. Grüne, Linke und Sozialdemokrat*innen kritisieren das Gesetzespaket als Mogelpackung. (taz)

  • Die EU-Kommission stellte …

    • … eine „europäische Bodenstrategie” vor, um den Zustand der Böden in der EU zu verbessern. Das kann auch den Klimaschutz stärken. (Klimareporter)
    • … einen Entwurf einer Verordnung für „entwaldungsfreie Lieferketten” vor. Unternehmen sollen künftig nachweisen, dass ihre Produkte nicht zur weltweiten Entwaldung beitragen. (taz)
  • Die österreichische Regierung sagte den Bau des Autobahntunnel-Lobau ab. Das Großprojekt hätte mehr CO2, Lärm und Bodenversiegelung bedeutet. (taz)

Klima-Wissen

Superreiche überschreiten 1,5-Grad-Limit

Der Lebensstil von Superreichen ist überaus klimaschädlich. Dies wird wahrscheinlich auch im kommenden Jahrzehnt so bleiben, ergibt eine Studie von Oxfam. Der Klimaschaden der Superreichen (das reichste ein Prozent der Weltbevölkerung) könnte 2030 größer sein als der Schaden, den die ärmsten 50 Prozent der Weltbevölkerung zusammen verursachen. Damit lägen die Pro-Kopf-Emissionen der Superreichen um ein 30-Faches über dem Wert, der mit dem 1,5-Grad-Limit zu vereinbaren ist. Die Politik für mehr Klimaschutz müsse besonders die extrem Reichen in den Blick nehmen und deren Emissionen deutlich senken. (Klimareporter, Spiegel)

Weiteres

  • Deutschland belegt Rang 13 von 64 im Klimaschutz-Index dreier Umweltorganisationen. Verglichen werden die Bemühungen der größten Verursacher von CO2-Emissionen. (CCPI-Report, Zeit)
  • Deutschlands Klimaziel sprengt das nationale Emissionsbudget: Es werden mehr Treibhausgase emittiert, als im Rahmen der 1,5-Grad-Grenze zustünden. Eine mögliche Lösung stellt der Kauf zusätzlicher CO2-Budgets aus dem Ausland dar. (WWF-Studie, taz)
  • Das Herausfiltern von einer Tonne CO2 aus der Luft mit „Direct Air Capture”-Anlagen (DAC) benötigt 1.000 Kilowattstunden Strom. Mit ausreichend Ökoenergie, könnte DAC einen effizienten Beitrag zum Klimaschutz leisten. (Studie, Klimareporter)
  • Rund ein Drittel aller Treibhausgasemissionen eines Gebäudes entsteht beim Bau und der Herstellung der Baumaterialien. Etwa zwei Drittel der Emissionen entstehen bei der späteren Nutzung. (Studie, taz)
  • Die Arktis erhitzt sich deutlich schneller als andere Regionen der Erde. Bereits viel früher als bisher angenommen, könnte es dort häufiger regnen als schneien. (Studie, Süddeutsche)
  • Die Erderhitzung beschleunigt die große Ozeanströmung um die Antarktis, genannt „Zirkumpolarstrom”. Dies kann den Golfstrom und somit das europäische Klima beeinflussen. (Studie, Süddeutsche)
  • Zehn Wälder des Unesco-Welterbes stoßen mehr Treibhausgase aus, als sie speichern. Ursachen sind Rodungen und die Ausbeutung der Böden für landwirtschaftliche Zwecke. (Studie, taz)
  • Zwischen August 2020 und Juli 2021 stieg die Abholzung im Amazonasgebiet um 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum an. (INEP-Report, taz)

Klima-Folgen

Klimawandel bedroht Wattenmeer

Das Wattenmeer ist stark vom Klimawandel bedroht. Steigender Meeresspiegel, Erwärmung und Extremwetter sind eine Gefahr für das Weltnaturerbe, warnt die Weltnaturschutzunion (IUCN). Erhaltungs- und Schutzmaßnahmen seien für das Überleben des Ökosystems von großer Bedeutung. 180 Wissenschaftler*innen aus Dänemark, Deutschland und den Niederlanden diskutierten bei dem „International Scientific Wadden Sea Symposium” über die Klima-Auswirkungen, wie etwa auf die Biodiversität. (Heise, Spiegel)

Klimafolgen. Diskutiert wurde unter anderem über die Auswirkungen auf Vögel. Zugvögel leiden zunehmend unter der erschwerten Nahrungsfindung, weil ihre Nahrungstiere – kleine Insekten – aufgrund des Klimawandels zu veränderten Zeiten zu finden sind. Außerdem betrifft der Klimawandel die vor Ort brütenden Vögel. Sturmfluten zerstören immer häufiger deren Gelege.

Weiteres

  • Parks und Gärten in Deutschland zeigen deutlich die Schäden der letzten drei trockenen Jahre. Das feuchtere, kühlere Wetter dieses Jahr halfen nur bedingt. (taz)
  • Im ostafrikanischen Inselstaat Madagaskar zerstörte die lange andauernde Trockenheit die Ernte, sodass viele Menschen hungern müssen. Der menschengemachte Klimawandel spielt hierbei eine untergeordnete Rolle. Dies könnte sich zukünftig jedoch ändern. (Studie, Klimareporter)
  • Finanzarmen Ländern droht ein klimabedingter Einbruch an Wirtschaftskraft: der Rückgang ihres Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 19,6 Prozent bis 2050. (Studie, Spiegel)
  • Durch einen globalen Temperaturanstieg um zwei Grad würden etwa eine Milliarde Menschen unter extremer Hitze leiden. (Studie, Spiegel)

Klima-Aktivismus

Greenpeace verklagt VW

Greenpeace verklagt den Autokonzern VW wegen mangelndem Klimaschutz. Die Umweltschutzorganisation fordert das Ende des Verkaufs von Autos mit Verbrennermotor bis 2030. Das Geschäftsmodell von VW sei nicht mit dem Ziel zu vereinbaren, den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad zu begrenzen. Bei einem Erfolg der Klage, würden ca. zwei Gigatonnen weniger CO2 bis zum Jahr 2040 ausgestoßen, so Greenpeace. Eine identische Klage eines Biobauern vor einem weiteren deutschen Landgericht wird von Greenpeace ebenfalls unterstützt. (Zeit, taz)

Weiteres

  • Rund 40 Klimaaktivist*innen blockierten die Schienen zum größten deutschen Kohlekraftwerk, Neurath. (Spiegel)
  • Vizekanzler Olaf Scholz traf zwei Klimaaktivist*innen zu einem öffentlichen Gespräch. Die beiden Aktivist*innen Lea Bonasera und Henning Jeschke werfen der Politik vor, nicht angemessen auf die Klimakrise zu reagieren. (taz)
  • Gewerkschaften und Klimaaktivist*innen protestierten in mehreren Ländern am „Black-Friday” gegen Amazon. (Spiegel)
  • Bei einer Großdemonstration zur UN-Klimakonferenz protestierten über 120.000 Menschen in Glasgow für mehr Klimaschutz. (Klimareporter)
  • Begleitend zu den Verhandlungen der Ampelkoalition in Deutschland besetzte Fridays for Future auf der UN-Klimakonferenz in Glasgow für kurze Zeit den deutschen Pavillon. (Klimareporter)
  • Der Ende-Gelände-Mitgründer Tadzio Müller prognostizierte im Spiegel-Interview eine „grüne RAF”, sollte Klimaschutz weiter verhindert werden. (Spiegel-Plus Interview, taz)

Klima & Wirtschaft

Industrieverband setzt auf Gaskraftwerke

Auf dem Klimakongress des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) forderte Industriepräsident Siegfried Russwurm schnelle Maßnahmen in der Energie- und Klima-Politik sowie eine Entlastung für Betriebe. Der Bund müsse in Infrastrukturprojekte investieren und bürokratische Hürden bei Planungs- und Genehmigungsverfahren abbauen. Ferner müsse der Ausbau der erneuerbaren Energie, an einen Aufbau von Gaskraftwerken gekoppelt werden. Die neuen Kraftwerke könnten langfristig auf grünen Wasserstoff aus Erneuerbaren Energien umgestellt werden. Eine kritische Debatte über diese Forderungen habe auf dem Klimakongress des BDI gefehlt, kritisiert der Klimareporter. (Klimareporter, Zeit)

Weiteres

  • Die Internationale Energieagentur (IEA) prognostizierte in ihrem „Erneuerbaren-Report” einen globalen Rekordzuwachs bei den erneuerbaren Energien im Jahr 2021. (taz)
  • Ein Zusammenschluss aus rund 30 internationalen Konzernen verpflichten sich dazu, in großem Stil emissionsarme Treibstoffe, Rohstoffe und Fahrzeuge einzukaufen. So sollen globale Märkte für diese Produkte geschaffen werden. (Spiegel)
  • Deutsche Bürger*innen sehen Konzerne in der Pflicht, mehr Klimaschutz zu betreiben, ergab eine Umfrage der Boston Consulting Group. (Spiegel)
  • Die Nachfrage nach Versicherungsschutz gegen Überschwemmung und andere sogenannte Elementargefahren ist seit der Flutkatastrophe im Juli diesen Jahres deutlich gestiegen. (taz)
  • Die Bundesnetzagentur stoppte vorläufig ihr Verfahren zur Freigabe des Gastransports durch die Gaspipeline Nord Stream 2. Vor einer Freigabe müsste die Betreiberfirma nach deutschem Recht organisiert werden. (taz)

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