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1) Deutschlands Klimabilanz 2025: Kaum Fortschritt, drohende Strafzahlungen

Deutschland hat seine Klimaziele 2025 nur knapp eingehalten. Der Treibhausgasausstoß sank um gerade einmal 0,1 Prozent. Laut dem neuen Projektionsbericht der Bundesregierung droht bis 2030 eine Gesamtverfehlung von 255 Millionen Tonnen CO2, vor allem in den Sektoren Verkehr und Gebäude. Das könnte EU-Strafzahlungen in Milliardenhöhe nach sich ziehen.

Grüne und Linkspartei reagierten mit scharfer Kritik. Vizevorsitzende der Grünenfraktionvorsitzende Julia Verlinden forderte eine „radikale Kehrtwende" und warnte vor den Folgen des geplanten Netzpakets sowie dem drohenden Stopp der Solardachvergütung. Linksfraktionsvize Luigi Pantisano warf der Bundesregierung vor, „zurück zu fossilen Energieträgern" zu steuern, obwohl die gesellschaftliche Akzeptanz für Klimaschutztechnologien steige.

Beide Parteien fordern unter anderem den beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien, mehr Investitionen in den ÖPNV und ein Tempolimit auf Autobahnen. Die Bundesregierung muss innerhalb der nächsten zehn Tage ein neues Klimaschutzprogramm vorlegen. Laut den Grünen ist es das letzte, das die Zielerreichung noch wesentlich beeinflussen kann.

Zum Weiterlesen: Zeit, Tagesschau

2) Der Klimawandel bremst die Erde aus

Der Klimawandel verlangsamt die Erdrotation. Forscher*innen der Universität Wien und der ETH Zürich haben anhand von Meeresfossilien analysiert, wie sich der Meeresspiegel in den vergangenen 3,6 Millionen Jahren auf die Tageslänge ausgewirkt hat. Ergebnis: Nur einmal zuvor, vor rund zwei Millionen Jahren, verlangsamte sich die Erdrotation ähnlich stark wie zwischen 2000 und 2020.

Der Mechanismus: Die durch den Klimawandel beschleunigte Eisschmelze lässt den Meeresspiegel steigen. Wasser verteilt sich dabei vom Pol in Richtung Äquator, was die Drehgeschwindigkeit der Erde verringert, ähnlich wie eine eiskunstlaufende Person, die die Arme ausstreckt. Aktuell verlängert sich der Tag dadurch um 1,33 Millisekunden pro Jahrhundert.

Praktische Folgen hat das vor allem für präzise Zeitmessung und Raumfahrtnavigation. Die Forscher*innen gehen davon aus, dass sich die Abbremsung mit fortschreitender Erderwärmung weiter verstärken wird: „Was wir beobachten, ist durch den Klimawandel verursacht", so Studienmitautor Benedikt Soja gegenüber der dpa.

Zum Weiterlesen: Spiegel, FAZ

3) Starkregen in Brasilien: Kaffee wird seltener und teurer

Extremregen bedroht die Kaffeeproduktion in Brasilien. Ende Februar lösten heftige Niederschläge im Bundesstaat Minas Gerais, dem Zentrum der brasilianischen Arabica-Produktion, schwere Erdrutsche aus. 72 Menschen kamen ums Leben, Tausende mussten ihre Häuser verlassen. Die Forschungsinitiative World Weather Attribution warnt: Solche Ereignisse sind ein Vorgeschmack auf das, was mit fortschreitender Erderwärmung häufiger werden wird.

Für die konkreten Regenfälle im Februar konnten die Wissenschaftler*innen keinen eindeutigen Klimawandel-Fingerabdruck nachweisen. Sie schätzen aber, dass sich die Intensität solcher Niederschläge bei 2,6 Grad globaler Erwärmung um mindestens sieben Prozent erhöhen würde. Bereits jetzt hat extremes Wetter die brasilianische Kaffeeproduktion in den vergangenen Jahren um 15 bis 20 Prozent reduziert, mit spürbaren Folgen für die Weltmarktpreise.

Zum Weiterlesen: Tagesspiegel, taz

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