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Was ist Klimahochdrei? Der Newsletter Klimahochdrei gibt dir einen Überblick über aktuelle Klimanews der letzten Woche. Kern des Klimanewsletters sind drei ausgewählte Meldungen aus den Bereichen Klimapolitik, Klimaforschung, Klimaaktivismus oder verwandten Themen rund um den Klimawandel. Du kannst ihn kostenlos abonnieren.

Hallo zusammen,

vor zehn Jahren ereignete sich die Katastrophe des Atomkraftwerks in Fukushima. Noch immer diskutieren Menschen darüber, ob Atomkraft eine gute Technologie sei und sogar auch ein Teil einer Lösung der Klimakrise. Darüber schreibt die Süddeutsche in ihrem Artikel „Für die Zukunft zu spät”.

Hier geht es weiter mit den Klimanews der Woche.

Viele Grüße

Jakob


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Klimanews der Woche

1) Chinas Klimaambitionen sind begrenzt

China präsentierte einen neuen Fünfjahresplan für die Zeit bis 2025. Der Klimaschutz spielt darin lediglich eine untergeordnete Rolle. Dies steht im Gegensatz zu Chinas Ziel, den Höhepunkt der CO2-Emissionen „vor 2030” zu erreichen und bis 2060 klimaneutral zu werden. (taz, ClimateChangeNews)

Maßnahmen. Der Fünfjahresplan enthält folgende klimarelevante Maßnahmen:

  • Bis 2030 soll der Anteil an erneuerbaren Energien und Atomkraft auf 25 Prozent steigen.
  • Bis 2025 soll der Anteil an CO2 Emissionen pro Einheit des Bruttoinlandsproduktes um 18 Prozent sinken. Der letzte Fünfjahresplan beinhaltete dieses Ziel bereits.
  • Ein Schwerpunkt der Forschung soll auf sogenannte CCS-Methoden (Carbon Capture and Storage) gelegt werden. Diese Technologie fängt CO2 nach dem Verbrennungsprozess auf, um es dann unterirdisch zu lagern.

Chinas Klimabilanz. China ist für rund ein Viertel der globalen Emissionen verantwortlich und produziert damit weltweit am meisten Treibhausgase. Die Pro-Kopf-Emissionen liegen allerdings „nur” bei sieben Tonnen CO2, also weniger als in Deutschland mit rund neun Tonnen CO2.

2) DWD will Klimawandel greifbar machen

Das Jahr 2020 zählt in Deutschland und weltweit als das zweitwärmste Jahr seit Aufzeichnungsbeginn und auch Extremwetterereignisse häuften sich:

  • Unter anderem tobten über dem Nordatlantik mehr als doppelt so viele Stürmen wie üblich.
  • In der Sahel-Region, um das Horn von Afrika, sowie in Indien, Pakistan und China kam es zu überdurchschnittlich viel Niederschlag. Regional lag er um 500 Prozent über dem vieljährigen Mittel.

Zu belegen, dass die Klimakrise einzelnen Extremwetterereignissen mit verursacht hat, ist eine sehr komplexe Aufgabe und erst seit wenigen Jahren möglich. Zwischen dem Auftreten des Extremwetters und dem wissenschaftlichen Beleg zur Rolle der Klimakrise vergehen meist mehrere Wochen. Das führt dazu, dass die Öffentlichkeit das vergangene Extremwetter bereits vergessen hat und der Fokus bei anderen Themen liegt. Hier will der DWD nachbessern und arbeitet daran, sogenannten Attributionsanalysen in den Routinebetrieb zu übernehmen. Künftig sollen so schon wenige Tage nach einem Wetterextrem der Beleg folgen, ob und wie stark der Klimawandel Einfluss auf das Ereignis hat. (Klimareporter, Tagesspiegel, DWD-Pressebericht)

3) Streit um Zwischenziel des europäischen Green Deal

Die EU-Staaten haben das Ziel, bis 2050 klimaneutral zu sein. Für das Zwischenziel 2030 einigten sich EU-Rat und EU-Kommission auf eine Treibhausgasreduktion um 55 Prozent. Dem EU-Parlament hingegen ist das nicht genug. Es fordert 60 Prozent Emissionsrückgang. Diese fünf Prozent Unterschied entsprechen in etwa den jährlichen Emissionen Spaniens. Mit einer Machbarkeitsstudie im Auftrag der Grünen-Fraktion will selbige Druck auf die Kommission ausüben, doch noch das Klimaziel auf 60 Prozent anzugeheben. Voraussichtlich bis Mai arbeiten Kommission, Rat und Parlament noch Details zum neuen Klimagesetz aus. (Spiegel, Klimareporter)

Studie. Die Studie der Managementberatung Cambridge Econometrics im Auftrag der Grünen-Fraktion zeigt, wie 60 Prozent Reduktion möglich seien. Das ambitionierte Ziel wäre zwar vorerst kostenintensiver als das 55-Prozent-Ziel – drei Prozent oder zwölf Milliarden Euro pro Jahr – dafür entstünden jedoch rund eine Million neue Arbeitsplätze in der Erneuerbaren-Branche oder der E-Mobilität und die Wirtschaft würde um 1,8 Prozent stärker wachsen. Andreas Graf vom Berliner Thinktank Agora Energiewende schätzt das Studienergebnis allerdings als zu optimistisch ein. Die Analyse gehe von einer sofortigen, fehlerlosen und konsequenten Umsetzung ab 2021 aus, dies sei aber bisher nicht erkennbar.


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