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Jakob


Klima-Politik

Deutschland verfehlt voraussichtlich die nächsten Klimaziele

Deutschland droht seine Klimaziele für 2030 und 2040 zu verfehlen, wenn die Regierung nicht deutlich gegensteuert. Das geht aus dem Entwurf des „Projektionsbericht 2021 für Deutschland” des Umweltbundesamts hervor. Statt den geplanten 65 Prozent weniger Treibhausgasemissionen im Jahr 2030 prognostiziert der Bericht lediglich rund 50 Prozent Emissionsreduktion im Vergleich zu 1990. Ähnlich sieht es für das Klimaziel im Jahr 2040 aus. Besonders schlecht schneiden dabei die Sektoren Verkehr und Gebäude ab. Im Verkehrssektor fallen im Jahr 2030 voraussichtlich 31 Millionen und im Gebäudesektor 21 Millionen Tonnen CO2 zu viel an. (Klimareporter, Handelsblatt)

Weiteres

  • Deutschlands Treibhausgasemissionen werden dieses Jahr aller Voraussicht nach im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigen. (Klimareporter)
  • Das Klima-Sofortprogramm für den Gebäudesektor der Regierung sei unzureichend, urteilt der Expertenrat für Klimafragen. (Zeit)
  • Die Bundesregierung vertagte ihren Beschluss zum Schutz von Mooren in die nächste Legislaturperiode. Zur Erklärung: Moore können besonders viel CO2 speichern. (taz)
  • Damit Deutschland seine Klimaziele einhält, legte ein Zusammenschluss aus verschiedenen Organisationen ein Klima-Sofortprogramm vor. Er ist ein Vorschlag für die neue Regierung und soll in den ersten 100-Tagen der neuen Legislaturperiode umgesetzt werden. (Spiegel)
  • Immer mehr Parteien befürworten einen früheren Kohleausstieg. Auch SPD Kanzlerkandidat Olaf Scholz schloss sich diesem Trend an. (Klimareporter)
  • Als letzter der drei Kanzlerkandidat*innen kündigte Armin Laschet ein Sofortprogramm für den Ausbau erneuerbarer Energien an. (Zeit)
  • Österreich führte für einen Großteil des öffentlichen Personenverkehrs, in fast allen Bundesländern, ein gemeinsames Jahresticket ein. Es soll 949 Euro kosten. (Zeit)
  • US-Präsident Biden wurde von einem Gericht dazu verpflichtet, 32 Millionen Hektar Flächen für die Erkundung zur Öl- und Gasförderung freizugeben. (Spiegel)

Klima-Wissen

Hoher Klimaschutz durch Afrikas Wälder

Afrikas tropische Bergwälder speichern deutlich mehr CO2 als gedacht und leisten so einen großen Beitrag zum Klimaschutz. Eine neue Studie fand heraus, dass ein Hektar Waldfläche etwa 150 Tonnen Kohlenstoff speichert. Bisher ging der Weltklimarat IPCC von lediglich 90 Tonne pro Hektar aus. Damit übersteigt die Speicherleistung der afrikanischen Bergwälder sogar die des Amazonas-Regenwalds. Eine Ursache sei, dass die afrikanischen Wälder kaum Wirbelstürme oder Vulkanausbrüche erleben und so ungestörter wachsen können. Diese neuen Erkenntnisse machen deutlich, welche ökologischen Schäden ein weiteres Abholzen der Bergwälder verursachen würde. (Spiegel, ZDF)

Weiteres

  • Der Klimawandel verändert das Wetter in Deutschland: Statt großflächigem Dauerregen wird es zukünftig häufiger kleinräumigen Starkregen geben. (DWD-Studie, Spiegel)
  • []{#anchor}Die extremen Niederschläge im Juli wurden nachweißlich durch den Klimawandel wahrscheinlicher. Sie führten in Deutschland und weiteren Ländern zu großen Überschwemmungen. (Studie, Tagesspiegel)
  • Der aktuelle CO2-Preis in Deutschland belastet Geringverdiener überdurchschnittlich viel, so ein Gutachten im Auftrag des Verbraucherzentrale-Bundesverbands. (Gutachten, Tagesspiegel)
  • Der Weltklimarat IPCC veröffentlichte seinen sechsten Sachstandsbericht. In neun Jahren könnte der Anstieg der globalen Mitteltemperatur 1,5 Grad überschreiten. (Bericht, Spiegel)
  • Die reichsten zehn Prozent der Weltbevölkerung verursachen mehr als ein Drittel der Treibhausgase. Das geht aus dem geleakten dritten Teil des Weltklimarat-Reports hervor. (Spiegel)
  • Der AMOC, eine Atlantikströmung, zu der auch der Golfstrom gehört, hat möglicherweise an Stabilität verloren. (Studie, taz)
  • Eine Milliarde Kinder weltweit leiden laut Unicef unter der Erderhitzung. (Bericht, taz)
  • Lateinamerika und die Karibik waren 2020 die weltweit am stärksten von Naturkatastrophen betroffene Region. (WMO-Bericht, taz)
  • Der WWF veröffentlichte ein Konzept für eine Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe in Deutschland. Müll soll vermieden und das Klima entlastet werden. (Konzept, Klimareporter)

Klima-Folgen

Zahlreiche Waldbrände im Mittelmeerraum

Am Mittelmeer kam es letzten Monat zu einer Vielzahl verheerender Waldbrände. Betroffen waren unter anderem Algerien, Griechenland, Italien, Portugal, Spanien und die Türkei. Einige Ortschaften mussten evakuiert werden. In Algerien starben über 40 Menschen bei den Feuern. Auf Sizilien wurden 48,8 Grad Celsius gemessen und so ein neuer Temperaturrekord für Europa aufgestellt. Wissenschaftler*innen machen die Klimakrise für die starke Dürre und somit die besonders heftigen Brände verantwortlich. (Spiegel, Tagesspiegel)

Weiteres

  • Heute gibt es weltweit vier bis fünfmal mehr Katastrophen wie Stürme, Überschwemmungen, Dürren und extreme Hitzeereignisse als noch in den 70er-Jahren. (WMO-Bericht, Süddeutsche)
  • Der Juli 2021 war weltweit der heißeste Monat seit Beginn der Aufzeichnungen, so die US-Klimabehörde NOAA. (Süddeutsche)
  • Im Norden der Türkei, am Schwarzen Meer, kam es zu einer Flutkatastrophe. Die Überflutungen waren die schlimmsten der letzten Jahre in der Schwarzmeerregion. (Tagesspiegel)
  • Der Lake Mead, das größte Wasserreservoir der USA, ist fast leer. Die US-Behörden riefen eine offizielle Wasserknappheit der höchsten Stufe aus. (Spiegel)
  • Das dritte Jahr infolge kam es in Russland zu großen Waldbränden. Es verbrennen so große Waldflächen, wie sie sonst nur alle 10 bis 15 Jahre. (Tagesspiegel)
  • In Frankreich wird die Weinernte voraussichtlich einen historischen Tiefpunkt erreichen. Grund dafür ist ein schwerer Spätfrost, der bis zu einem Drittel der Blüten zerstörte. Laut Wissenschaftler*innen ist der Frost dem Klimawandel geschuldet. (taz)
  • Erstmals seit Beginn der Wetteraufzeichnungen hat es am höchsten Punkt des grönländischen Eisschildes geregnet statt geschneit. (Süddeutsche)

Klima-Aktivismus

Klimacamp in Leipzig

Zum vierten Mal findet das Leipziger Klimacamp statt. Vom 27. August bis zum 7. September wird zum Thema Verkehrswende und Klimagerechtigkeit mit rund 500 Teilnehmer*innen in Workshops und auf Podiumsdiskussionen diskutiert. Protestaktionen sind am Flughafen Leipzig/Halle geplant. Für die Aktivist*innen ist der Flughafen Teil des „kapitalistische Ausbeutungsmodells”. Besonders problematisch sei der geplante Ausbau. Sie kritisieren die Lärmbelästigung für die Anwohner*innen und dass der Flughafen einer der zentralen Abschiebepunkte für Asylsuchende sei. Außerdem soll auf die ökologischen Folgen eines Flughafenausbaus aufmerksam gemacht werden. (MDR, Zeit)

Weiteres

  • Extiction Rebellion (XR) veranstaltet eine Klimaaktionswoche „August Rise up” mit verschiedenen Aktionen zivilen Ungehorsams in Berlin. (Berliner Morgenpost)
  • Rund 150 afghanische Klimaaktivist*innen und ihre Familien sitzen in Kabul fest. Fridays for Future warb öffentlich um Hilfe. (taz)
  • Indigene Gemeinschaften, vertreten durch die Organisation Coica, fordern 80 Prozent des Amazonasgebiets bis 2025 unter Schutz zu stellen. (Spiegel)
  • Tausende Aktivist*innen von Fridays for Future demonstrierten in Frankfurt als Reaktion auf die Veröffentlichung des IPCC-Berichts. (Journal-Frankfurt)

Klima & Wirtschaft

Dänemark speichert große Mengen CO2 im Boden

Dänemark will ab 2025 bis zu 8 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr vergraben. Das entspricht einem Viertel der jährlichen Emissionen. „Carbon Capture and Storage” (CCS), das Auffangen von CO2-Emissionen, gefolgt von der Speicherung im Boden, ist weitverbreitet und Teil von den meisten Klimaschutzstrategien. Die Internationale Energieagentur IEA zählt weltweit mehr als 30 Pilotprojekte mit einer Gesamtinvestition von 27 Milliarden Dollar. In Deutschland ist CCS seit 2012 praktisch verboten. Grund sind mögliche Gefahren für das Grundwasser und das Risiko von ungewollt austretendem Gas. Umweltverbände befürchten außerdem, dass CCS die Suche nach besseren Klimaschutzlösungen behindern könnte. (taz)

Weiteres

  • Der Bebauungsplan des erst im letzten Jahr in Betrieb gegangene Steinkohlekraftwerk Datteln 4 verletzt Umweltprüfungen, urteilte das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster. Bis jetzt darf es dennoch weiter betrieben werden. (Klimareporter)
  • Erstmals stieg der europäische CO2-Preis auf 60 Euro pro Tonne CO2. (Klimareporter)
  • Der gestiegene CO2-Preis wird die Stromkosten für das Jahr 2022 voraussichtlich deutlich ansteigen lassen. Auch Ökostrom ist davon betroffen. (taz)
  • Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) fordert von der Regierung eine schnellere Vorgehensweise bei der Energiewende. Allzu bürokratische Genehmigungsverfahren würden Veränderungen ausbremsen. (Spiegel)
  • Die Deutsche Bahn prüft den Bau einer Strecke zwischen Hamburg und Hannover, um Fahrzeiten zu verkürzen. (Spiegel)
  • Bill Gates kündigte an, 1,5 Milliarden Dollar für Klimaschutzprojekte zu spenden, sollte das von US-Präsident Joe Biden geplante Infrastrukturprogramm verabschiedet werden. (Spiegel)

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