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Klima-Politik

Windkraftkonzept der Ministerien für Umwelt und Wirtschaft

Die Ministerien für Umwelt und Wirtschaft wollen Artenschutz und Windenergie mit einem neuen Eckpunktepapier zusammenbringen. Fazit ist: Mehr Windkraftanlagen sollen gebaut und trotzdem der Natur- und Vogelschutz beachtet werden.

Schutzzonen. Für sechzehn Vogelarten werden Schutzzonen erstellt. Das hat zur Folge, dass in der Nähe eines Vogelhorsts (500-1.500 Meter) gar keine Anlagen gebaut werden dürfen. In einer erweiterten Schutzzone müssen Energiekonzerne bestimmte Auflagen erfüllen. Außerhalb der Schutzzonen dürfen Windkraftanlagen auch in Landschaftsschutzgebieten gebaut werden. Das gilt, bis deutschlandweit das Ziel erreicht ist, zwei Prozent der Landesfläche mit Windkraftanlagen zu bebauen.

Zum Weiterlesen: Klimareporter, taz

Weiteres

  • Die Bundesregierung beschloss, dass im Jahr 2030 mindestens 80 Prozent des Stroms in Deutschland aus erneuerbaren Energiequellen stammen soll und fünf Jahre später bereits 100 Prozent. (Klimareporter)
  • Die Bundesregierung will die Verarbeitung von Pflanzen zu Kraftstoff – sogenannte Biokraftstoffe – einschränken. Auslöser ist der Krieg in der Ukraine und das damit verbundene Wegfallen von Agrarflächen. (Spiegel)
  • In Berlin kam zum ersten Mal ein Klima-Bürger*innenrat zusammen. Bis Ende Juni erarbeitet dieser Verbesserungsvorschläge für Verkehr, Gebäuden und Energie in der Hauptstadt. (Klimareporter)
  • Die Bayerische Staatsregierung plant, die umstrittene 10H-Abstandsregel für Windkraftanlagen zu lockern. Mit dieser Lockerung könnten bis zu 800 neue Anlagen gebaut werden. (BR)
  • Schweden will künftig sogenannte „graue” Emissionen reduzieren. Die Treibhausgasemissionen entstehen beispielsweise bei der Herstellung von Produkten im Ausland oder durch internationale Flugreisen. (taz)

Klima-Wissen

Klimaschutz ist jungen Menschen wichtig

Klimaschutz ist jungen Menschen wichtig, über die Klimabewegung sind sie sich jedoch uneinig. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die im Auftrag des Umweltbundesamts und des Bundesumweltministeriums durchgeführt wurde. Befragt wurden etwa 1.000 Menschen zwischen 14 und 22 Jahren.

Ergebnisse. Um selbst das Klima und die Umwelt zu schützen, verzichten etwa die Hälfte der Befragten auf Plastik und Autofahren. Rund ein Drittel verzichtet oft oder sehr oft darauf, Konsumgüter neu zu kaufen oder isst vegetarisch. Rund 80 Prozent glauben, dass „junge Menschen viel erreichen können, wenn sie sich gemeinsam für Klimaschutz einsetzen”. Jedoch ist zivilgesellschaftliches Engagement häufig auf das Internet beschränkt. Etwa ein Viertel beteiligen sich mindestens gelegentlich an Klimastreiks. Gleichzeitig ärgern sich etwa 40 Prozent der Befragten, dass Klimaaktivist*innen ihnen etwas vorschreiben wollen und rund 60 Prozent waren noch nie bei einem Klimastreik.

Zum Weiterlesen: taz

Weiteres

  • Ozeane sind möglicherweise widerstandsfähiger gegen hohe Temperaturen als bislang angenommen. Die bisherige Erwärmung scheint das Wasser weiterhin große Mengen CO2 zu absorbieren. (Studie, taz)
  • Der Weltklimarat veröffentlichte einen neuen Bericht. Die zentrale Botschaft: Spätestens ab 2025 müssen die weltweiten Treibhausgasemissionen sinken. (Report, Klimareporter)
  • Die Konzentration des Treibhausgases Methan in der Atmosphäre erreichte im Jahr 2021 - das zweite Jahr in Folge – einen globalen Höchststand. (Report, Spiegel)
  • Rund 40 Prozent der Landfläche der Erde sind geschädigt und haben an Fruchtbarkeit verloren. Für den Zustand der Böden sind wir Menschen und insbesondere die Landwirtschaft verantwortlich. (Report, taz)

Klima-Folgen

Reptilien in großer Zahl vom Aussterben bedroht

Jede fünfte Reptilienart ist vom Aussterben bedroht. In einer neuen Studie erstellten Wissenschaftler*innen aus 24 Ländern erstmals eine umfassende Liste mit gefährdeten Reptilien und untersuchte dafür über 10.000 Kriechtierarten. Die Studie orientiert sich an den Kriterien, die auch für die Rote Liste gefährdeter Arten von der Weltnaturschutzunion IUCN gelten. Am schlechtesten gehe es Krokodilen und Schildkröten, wovon jeweils die Hälfte aller Spezies ums Überleben kämpft.

Ursachen. Laut die Studienautor*innen haben die Reptilien mit verschiedenen Bedrohungen zu kämpfen. Die meisten seien jedoch vom Menschen verursacht. Die Hauptfaktoren seien Landwirtschaft, Abholzung, Städtebau und invasive Arten. Der Klimawandel trage laut der Studie bei mindestens zehn Prozent der gefährdeten Arten zum Aussterben bei. Da sich die Studie jedoch nur auf die nächsten zehn Jahre konzentriere, sei der tatsächliche Einfluss des Klimawandels vermutlich deutlich größer.

Zum Weiterlesen: taz, Süddeutsche

Weiteres

  • Der Sommer 2021 war der heißeste in Europa seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1979. Es war rund ein Grad Celsius heißer als im Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020. (Report, Zeit)
  • Im März schien dieses Jahr so viel Sonne wie sonst durchschnittlich erst im Juli. Es war der mit Abstand sonnenscheinreichste März seit Beginn der Aufzeichnungen. (Telepolis)
  • Indien und Pakistan litten Ende April unter einer Hitzewelle mit Temperaturen deutlich über 40 Grad Celsius. (ntv)
  • Die Waldbrandsaison in mehreren US-Bundesstaaten hat dieses Jahr deutlich früher begonnen als sonst. (Spiegel)
  • Die Häufigkeit an Katastrophen wie Hitzewellen, Dürren und Überschwemmungen nimmt deutlich zu. Im Jahr 2015 kam es global zu 400 solcher Katastrophen. Bis 2030 wird die Zahl wahrscheinlich auf 560 Katastrophen steigen. (UN-Bericht, taz)
  • Als Folge der Klimakrise könnte sich das Risiko starker Wirbelstürme in vielen tropischen Regionen bis 2050 mehr als verdoppeln. (Studie, Tagesspiegel)
  • Die Zahl der Sturmfluten in Küstenregionen steigt seit dem Jahr 1969 deutlich an. Dies steht im Zusammenhang mit dem Anstieg des Meeresspiegels. (Studie, Spiegel)
  • Hautkrebs, Hitzeschläge, Sonnenstich und Flüssigkeitsmangel bei älteren Menschen nehmen deutlich zu. Der Klimawandel begünstigt dies. (Zeit)

Klima-Aktivismus

Aktivist*innen blockierten Ölpipelines

Aktivist*innen der Gruppe „Letzte Generation” blockierten an mehreren Orten in Deutschland Rohöl-Pipelines. Sie drehten Ventile von Pumpstationen zu, ketteten sich fest oder klebten sich mit Sekundenkleber an die Stationen. Die Gruppe protestiert mit den Aktionen laut eigenen Angaben für einen Stopp der Finanzierung und des Ausbaus neuer fossiler Infrastruktur in Deutschland.

Zum Weiterlesen: rbb, Tagesspiegel

Weiteres

  • Aktivist*innen protestierten gegen den Energiecharta-Vertrag. Auf Grundlage des Vertrags klagen Energiekonzernen gegen die Klimapolitik der Länder in der EU. (taz)
  • In München protestierte die Gruppe Extincition Rebellion vor dem Firmensitz der Rückversicherung Munich Re „gegen die klimaschädliche Geschäftspolitik zugunsten von Kohle, Öl und Gas”. (Süddeutsche)
  • Der Landwirt Eckardt Heukamp gab den Widerstand gegen den Energiekonzern RWE auf und verkaufte seinen Hof im rheinischen Lützerath. RWE will unter dem Dorf Braunkohle abbauen. (taz)
  • Das neue Polizeigesetz in NRW aus dem Jahr 2019 sollte offiziell beim Kampf gegen Terror helfen. Tatsächlich landeten seit der Einführung vor allem Klimaaktivist*innen in Langzeitgewahrsam. (taz)
  • Die Initiative Fridays for Future begleitete die Vorbereitungen für die Landtagswahlen in NRW am 15. Mai mit verschiedenen Protestaktionen. (Zeit)
  • In England blockierten Aktivist*innen der Gruppen Just Stop Oil und Extinction Rebellion Lastkraftwagen vor Tanklagern für fossiles Öl. Mehr als 80 Menschen wurden festgenommen. (Spiegel)
  • Ein Aktivist der Gruppe „Letzte Generation” band sich bei einem Bundesligaspiel am Tor fest und protestierte für mehr Klimaschutz. (Spiegel)

Klima & Wirtschaft

Charta für Journalismus zum Klimawandel

Für besseren Klimajournalismus setzt sich das Netzwerk Klimajournalismus Deutschland mit einer neuen sogenannten „Klimacharta” ein. Der Zusammenschluss von Journalist*innen beschreibt in dem Papier, was Klimajournalismus heutzutage leisten soll. Klimajournalismus "konfrontiert die Verantwortlichen damit, dass sie die Welt in eine irreversible Katastrophe steuern, wenn sie in den nächsten Jahren nicht entschieden handeln". Gleichzeitig appelliert die Gruppe an die eigene Branche, mehr Ausbildungsangebote und unterstützende Strukturen für Redaktionen zu bilden.

Zum Weiterlesen: Klimareporter, Tagesspiegel

Weiteres

  • Sieben der zehn klimaschädlichsten Kohlekraftwerke Europas befinden sich in Deutschland. (Report, RP-Online)
  • Weltweit planen weiterhin 34 Länder den Bau neuer Kohlekraftwerke. (taz)
  • Deutschland verbrauchte in den ersten vier Monaten des Jahres 2022 so viele Ressourcen, wie bei einer nachhaltigen Nutzung in einem ganzen Jahr zur Verfügung stünden. (Zeit)
  • Der Chefökonom der größten deutschen Landesbank fordert Steuererhöhungen für die Energiewende. Für Straßen, Schienen und Schulen sollten vorrangig Reiche zahlen. (Spiegel)
  • Deutschlands letztes Werk für Rotorblätter von Windkraftanlagen soll schließen. Die Mitarbeiter*innen protestierten und appellierten an die Politik. (taz)
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