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Jakob


Klima-Politik

Startschuss für UN-Umweltabkommen zur Plastikverschmutzung

Auf der UN-Umweltversammlung in Nairobi gelang es, das erste UN-Umweltabkommen seit dem Pariser-Abkommen im Jahr 2015, auf den Weg zu bringen. Ziel ist es, Plastikverschmutzung in Wasser, Luft und Boden zu bekämpfen. Die Mitgliedsstaaten der UN beschlossen, einen rechtsverbindlichen, globalen Vertrag auszuarbeiten. Dieser wird voraussichtlich in zwei Jahren fertiggestellt sein. Die Plastikverschmutzung gilt neben der Klimakrise und dem Biodiversitätsverlust zu den größten globalen Umweltkrisen. (taz, Spiegel)

Weiteres

  • Die Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan wird die neue Sonderbeauftragte für internationale Klimapolitik von Deutschland. (Zeit)
  • Die drei, von Grünen geführten Bundesministerien, wollen künftig Solaranlagen auf landwirtschaftlichen Flächen subventionieren. Sie stellten dazu ein Eckpunktepapier vor. (taz)
  • Kanzler Olaf Scholz entschied, die Grenzwerte für Emissionen durch Autos nicht zu verschärfen. Die Ampelkoalition ist sich hier uneinig. (taz)
  • Der Krieg in der Ukraine gefährdet die deutsche Energieversorgung. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck kündigte an, die Versorgungssicherheit im Zweifel über den Klimaschutz zu stellen. (Tagesspiegel)
  • Die CO2-Emissionen der EU haben fast das Niveau von vor der Pandemie erreicht. Zwischen Juli und September 2021 wurde etwa die gleiche Menge CO2 ausgestoßen wie im Jahr 2019. (Zeit)
  • Die US-Regierung will mit sechs Milliarden Dollar Atomkraftwerke subventionieren, um deren Stilllegung zu stoppen. (Klimareporter)
  • Subventionen von mehr als 1,6 Billionen Euro fließen weltweit jährlich in klimaschädliche Projekte. (Studie, Spiegel)

Klima-Wissen

Deutschlands Winter sind zu warm

Der aktuelle Winter in Deutschland war bisher überdurchschnittlich warm und nass. Die Temperatur lag im Schnitt um 3,1 Grad Celsius über der Durchschnittstemperatur aus den Jahren 1961 bis 1990, erklärte der Deutsche Wetterdienst. Außerdem wurden im Schnitt fast 200 Liter Niederschlag pro Quadratmeter verzeichnet. Üblich sind sonst nur 181 Litern. Damit ist dieser Winter der Elfte in Folge, in dem die Temperaturen über dem Durchschnitt lagen. (Spiegel, Zeit)

Weiteres

  • Der Weltklimarat (IPCC) veröffentlichte einen neuen Bericht zu den Auswirkungen der Klimakrise und zur Anpassung an Klimafolgen. (Bericht, Spiegel)
  • Die Klimakrise und Waldbrände treiben sich gegenseitig an. Extreme Waldbrände, wie in Australien oder Kalifornien, werden in Zukunft deutlich häufiger auftreten. (UN-Bericht, Klimareporter)
  • Solarzellen können mittlerweile fast gänzlich recycelt werden. Ein neues Verfahren ermöglicht, auch das Silizium in den Solarzellen zur Wiederverwertung aufzubereiten. (Klimareporter)
  • Der Gletscher am Gipfel des Mount Everest schrumpft 80 Mal schneller als er einst für seine Entstehung benötigte. Er könnte in wenigen Jahrzehnten verschwunden sein. (Studie, Spiegel)
  • Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität stabilisiert auch das Klima, da sie die CO2-Speicherkapazität von Ökosystemen erhalten. Mangelnder Naturschutz kann demnach auch dem Klima schaden. (Studie, Klimareporter)
  • Viele Menschen in Deutschland scheinen genervt von Aktionen der Klimaaktivist*innen. Gleichzeitig ist die Zustimmung zu konkreten Klimaschutzmaßnahmen groß. (Studie, Spiegel)
  • Wasserfälle aus Schmelzwasser fallen im Sommer durch die Spalten in Grönlands Eisschild. Das erzeugt Reibungswärme und ist mit Abstand die größte Wärmequelle, die auf den Grönländischen Eisschild wirkt. (Studie, Spiegel)

Klima-Folgen

Blumen blühen einen Monat zu früh

Pflanzen blühen bereits heute um mehr als einen Monat früher als noch vor rund 50 Jahren. In einer Studie untersuchten Wissenschaftler*innen knapp 400 Pflanzenarten in Großbritannien. Sie werteten Daten über die Blütezeit zwischen den Jahren 1952 bis 2019 aus. Dazu teilten sie den Untersuchungszeitraum in zwei Hälften und fanden heraus, dass sogenannte krautige Pflanzen (z. B. übliche Blumen) nach 1986 im Schnitt 31,5 Tage früher blühten als vor

  1. Bäume blühten hingegen 15 Tage und Sträucher zehn Tage früher. Die Veränderung der Blütezeit stimme weitestgehend mit der Entwicklung der Maximaltemperatur in diesen Jahren überein und sei ein Risiko für die Funktion und Produktivität von Ökosystemen und der Landwirtschaft. (Spiegel)

Weiteres

  • Die Wälder in Deutschland haben in den letzten Jahren deutlich mehr Schaden genommen als bisher angenommen. Zwischen 2018 und 2021 wurde fast fünf Prozent der gesamten Waldfläche zerstört. Ungewöhnlich starken Hitze- und Dürreperioden, sowie Schädlingsbefall seien die Hauptursachen. (DLR-Bericht, Süddeutsche)
  • Naturkatastrophen wie starkes Hochwasser, Stürme und andere Ereignisse kosteten in Europa seit 1980 rund eine halbe Billion Euro. Künftig wird diese Schadenssumme wahrscheinlich aufgrund der Klimakrise weiter ansteigen. (taz)
  • Den Inselstaat Madagaskar trafen mehrere schwere Tropenstürme. Mindestens 90 Menschen starben an den Folgen des Unwetters. (taz)
  • Ein Jahrhundert-Hochwasser zwang in Australien Zehntausende, ihre Häuser zu verlassen. Auch Sydney, als eine der größten Städte Australiens, ist von den Wassermassen bedroht. (Tagesschau)
  • Der Meeresspiegel an den Küsten der USA wird in den nächsten knapp 30 Jahren voraussichtlich um 25 bis 30 Zentimeter ansteigen. Das ist deutlich schneller als in den vergangenen Jahren. (Studie, Süddeutsche)
  • Im Südwesten der USA herrscht eine „Megadürre”. Seit dem Jahr 800 war es nicht so trocken wie in den Jahren 2000 bis 2021. (Studie, Spiegel)

Klima-Aktivismus

Aktivist*innen ließen Luft aus SUV-Reifen

Klimaaktivist*innen haben in Berlin bei zahlreichen Stadtgeländewagen (SUVs) die Luft aus den Reifen gelassen und fordern eine sofortige Verkehrswende. SUVs seien für den weltweiten Anstieg an CO2-Emissionen mitverantwortlich. Tatsächlich ist laut Internationalen Energieagentur (IEA) die steigende Anzahl an SUVs der zweitgrößte Verursacher des weltweiten Anstiegs der CO2-Emissionen seit 2010. Im gesamten Verkehrssektor stiegen die Treibhausgasemissionen zwischen 1990 und 2018 um 21 Prozent. (IEA-Bericht, Klimareporter)

Weiteres

  • Aktivist*innen der Gruppe „Aufstand der letzten Generation” blockierten wiederholt deutschlandweit den Straßen-, Schiffs- und Flugverkehr. Sie protestieren gegen Lebensmittelverschwendung und für eine konsequentere Klimapolitik. (Spiegel)
  • In 19 Ländern demonstrierten Aktivist*innen gegen die Zerstörung der Küsten des Globalen Südens. Der Anlass war das Öltankerunglück vor der Küste Perus im Januar dieses Jahres. (taz)
  • Die Stadt Wien ließ eine von drei besetzten Baustellen für eine autobahnähnliche Stadtstraße räumen. Die Blockade durch verschiedene Klimainitiativen dauert bereits fünf Monate an. (Klimareporter)

Klima & Wirtschaft

CO2-Preis erreicht 100-Euro-Marke

Der europäische CO2-Preis erreichte einen historischen Spitzenwert. Unternehmen, die CO2 ausstoßen, müssen für jede Tonne ein entsprechendes Zertifikat erwerben. Für eine Tonne CO2 zahlten sie im Februar zeitweise über 100 Euro. Noch vor einem Jahr kostete die Tonne nur rund 30 Euro. (taz)

Hintergrund. Der Preisanstieg spiegelt die Klimaschutzbemühungen der EU wider. Im Zuge des EU-Klimaschutzvorhaben „European Green Deal”, wird die Anzahl an verfügbaren CO2-Zertifikaten gesenkt, das reduziert die CO2-Emissionen und steigert den Preis pro Tonne CO2. Weitere Faktoren für den Preisanstieg sind vermutlich der massiv gestiegene Erdgaspreis und fehlender Strom aus Windkraft im Jahr 2021.

Weiteres

  • Die Tourismusbranche verursacht rund fünf bis acht Prozent der globalen Treibhausgasemissionen. Das größte Problem stellt die Mobilität dar, also in vielen Fällen das Fliegen. (Studie, Zeit)
  • Klimaversprechen von Weltkonzernen stellen sich häufig als Greenwashing heraus. Forscher*innen befanden in einer Untersuchung von 25 Weltkonzernen zu schwache Ziele und mangelnde Maßnahmen. (Studie, taz)
  • Ein aktivistischer Aktionär, mit weniger als einem Prozent der Anteile an RWE, kritisierte den Energiekonzern öffentlich. Er forderte das Abspalten der Tagebaue (Braunkohle) und Kohlekraftwerke und einen rein auf erneuerbaren Energien fokussierten Konzern. (taz)
  • Methanemissionen der Energiewirtschaft sind um 70 Prozent höher als offiziell angegeben. Überwachungsbemühungen und politische Maßnahmen sollten verstärkt werden, erklärt die Internationale Energieagentur. (IEA-Bericht, Spiegel)

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